31.07.2016
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Altkleider-Container: Der Kampf gegen dubiose Textilsammler in Köln

Ein herrenloser Container in Nippes, versteckt unter der Hochbahn

Ein herrenloser Container in Nippes, versteckt unter der Hochbahn

Chorweiler/Nippes -

Auch bei den Sammelcontainern für Altkleider, die an Straßenecken herumstehen, lohnt es sich, das Kleingedruckte zu beachten.

Auf den grauen Behältern etwa, die von der Stadt Köln und den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) gemeinsam betrieben werden und die meistens neben Altglascontainern aufgestellt sind, findet man den Hinweis, dass gut erhaltene Kleidung auch direkt in sozialen Einrichtungen abgegeben werden kann – statt sie in den Container zu werfen. Außen ist sogar ein QR-Code abgebildet, über den man mit dem Smartphone die Homepage der AWB aufrufen kann. Dort sind dann die Adressen von Initiativen aufgelistet, die in Köln Gebrauchtkleider für Bedürftige sammeln, teils kostenlos wie einige Kleiderkammern, teils auch gegen einen Obolus – wie zum Beispiel Emmaus in Niehl und die Fairstore-Kaufhäuser von der Diakonie Michaelshoven.

Städtisches Monopol

Seit Januar 2015 besteht der Vertrag der Stadt Köln mit der AWB, das Geschäft mit Altkleidern in Köln gemeinschaftlich zu betreiben.

Folge des städtischen Monopols ist, dass im öffentlichen Raum nur noch Sammelboxen solcher Anbieter stehen dürfen, die von der Stadt genehmigt wurden, weil sie als gemeinnützig anerkannt sind. Die übrigen Organisationen agieren seither in Köln illegal, zumal wenn sie rein gewerblich sammeln.

Dieser Behälter steht in Weiler an der Blockstraße.

Dieser Behälter steht in Weiler an der Blockstraße.

Foto:

kaw

Container unklarer oder dubioser Herkunft lässt die Stadt sukzessive entfernen. Bislang wurden mehr als 700 Behälter abtransportiert, doch noch immer finden sich welche an Straßenecken, stehen versteckt in Nischen.

Diese Tatsache war der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler eine Anfrage wert. Auf welcher gesetzlichen Grundlage die Entfernung geschehe und wer für die Kosten aufkomme, wollten die Bezirkspolitiker unter anderem wissen.

Hinweise von Bürgern

Das Landesstraßengesetz biete die Handhabe, so die Verwaltung in ihrer Antwort. Selbst wenn ein Container zwar auf privatem Grund steht, dennoch von der Straße aus zu befüllen ist, darf er abtransportiert werden.

Die Kosten würden dem Eigentümer aufgebürdet, falls er zu ermitteln sei, so Carla Stüwe von der Koordinationsstelle Abfallwirtschaftsbetriebe bei der Stadt Köln. Um illegale Behälter aufzuspüren, sei man auch auf Bürger-Hinweise angewiesen.

Der Vorteil der städtischen Container im Vergleich zu den Kleiderkammern sei übrigens, so Stüwe, dass man auch löchrige Sachen einwerfen könne. Dieser Kleidermüll gehe in die Wiederverwertung, ende als Lumpen. Diese würden zum Beispiel zu Decken verarbeitet, wie sie Möbelpacker verwenden.