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Henriette Reker im Stadtgespräch: „Ich habe Angst, in Köln Fahrrad zu fahren“

Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Gespräch mit den Bürgern.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Gespräch mit den Bürgern.

Foto:

Petra Wischgoll

Chorweiler -

Etwa gegen Mitte der Veranstaltung überraschte Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Geständnis: „Ich habe Angst, in Köln Rad zu fahren“, sagte sie. „Ich fahre nur im Urlaub Fahrrad.“ Köln müsse eine fahrradfreundlichere Stadt werden, befand die Oberbürgermeisterin.

Zuvor hatten mehrere Bürger die teils schlechte Situation für Radfahrer in Chorweiler und auch in anderen Stadtteilen angesprochen – und nutzten nun das „Stadtgespräch“, um Reker mit Fragen, Anregungen und Kritik zu konfrontieren.

In den letzten Monaten hat das städtische Oberhaupt acht Stadtbezirke abgeklappert, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren, wie eine bessere Bürgerbeteiligung aussehen könnte. Chorweiler war ihre letzte Station.

„Wir möchten die Möglichkeit geben, gemeinsam mit ihnen Leitlinien für eine Bürgerbeteiligung zu entwickeln“, erklärte die Oberbürgermeisterin. Doch der Andrang hielt sich in Grenzen. Gerade mal 150 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil, viele Plätze blieben leer.

Bürger sollen früher in Bauprojekte einbezogen werden

An Stellwänden gab es die Gelegenheit, Meinungen aufzuschreiben: beispielsweise, wo die Chancen und Grenzen von Bürgerbeteiligungen liegen, wie Menschen vonseiten der Stadt aktiviert und angesprochen werden können und was sich die Teilnehmer unter einer guten Bürgerbeteiligung vorstellen.

Ideen und Wünsche für die Veedel wurden an Stellwänden aufgeschrieben.

Ideen und Wünsche für die Veedel wurden an Stellwänden aufgeschrieben.

Foto:

Petra Wischgoll

Ein mehrfach geäußerter Wunsch war die sehr viel frühere Einbeziehung der Bürger in Bauprojekte. Ein möglicher Weg sei demnach die Veröffentlichung einer entsprechenden Liste in Supermärkten oder an Infoständen auf Wochenmärkten – und das am besten leicht verständlich und mehrsprachig. „Ich werde immer wieder auf mehr Transparenz hingewiesen“, sagte Reker.

„Ich glaube auch, dass das das Geheimnis ist.“ Allerdings habe Bürgerbeteiligung Grenzen, „wo Einzelinteressen da sind“, sagte Reker. „Wenn wir Entscheidungen treffen, müssen wir an das Gemeinwohl denken.“ Einzelinteressen müsse man dennoch aufnehmen und genau erklären, warum sie nicht umgesetzt werden können. „Dann können wir beweisen, dass wir es ernst meinen.“

Eine frühere Einbeziehung wünschte sich auch ein Anwohner aus Fühlingen für die dort geplante Flüchtlingseinrichtung. Die Stadt baut eine Unterkunft für 240 Menschen. In Fühlingen leben rund 2000 Anwohner – für viele ist die Anzahl der Flüchtlinge zu groß. „Es gibt eine große Bereitschaft, zu helfen“, sagte der Anwohner. „Aber das wurde kurz vor Weihnachten im Rat durchgeboxt, da wird es eng für eine Bürgerbeteiligung.“

Doch laut Reker sei genau dort die Grenze der Bürgerbeteiligung erreicht. „Das war eine Entscheidung des Rates und nur des Rates“, betonte sie. „Aber ich stimme ihnen zu, dass so eine Unterkunft die schwierige Integrationssituation nochmal schwieriger gemacht hat.“

Weitere Probleme: Wilde Müllkippen, Parkplätze, Sicherheit

Neben den Ideen für mehr Bürgerbeteiligung diskutierten die Bürger auch über Problemfelder im Bezirk – wilde Müllkippen, die Bewirtschaftung von Parkplätzen, eine fehlende Rampe an der S-Bahn-Station Chorweiler-Nord, eine Außengastronomie auf dem Pariser Platz oder mehr Sicherheit und Schutz im Stadtbezirk.

Alle Anregungen werden nun auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht und gehen in die Entwicklung der Leitlinien mit ein. „Ich finde die Veranstaltung und die Idee dahinter großartig“, sagt Simone Cazin. „Ich hoffe, dass es am Ende nicht nur warme Luft ist.“ Im Herbst startet eine neue Auflage des Stadtgesprächs. Dort soll unter dem Motto „Kölner Perspektiven 2030“ die zukünftige Entwicklung Kölns diskutiert werden.


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