28.09.2016
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Hochhäuser: Steigende Preise in Chorweiler

Auch diese Häuser in der Osloer Straße werden zwangsversteigert.

Auch diese Häuser in der Osloer Straße werden zwangsversteigert.

Foto:

Peter Rakoczy

Chorweiler -

Der Preis steigt, obwohl noch kein Gebot eingegangen ist. Der private Investor Talos ist der Zwangsversteigerung von 1199 Wohnungen in Chorweiler beigetreten, die von der NRW-Bank initiiert wurde.

Talos ist wie die NRW-Bank Gläubiger im Insolvenzverfahren. Damit steigt das Mindestgebot, das am 18. Januar bei der Versteigerung im Amtsgericht abgegeben werden muss, auf über 30 Millionen Euro. Die Höhe eines Mindestgebots errechnet sich aus der Rangfolge der Gläubiger im Grundbuch. Betreibt ein Gläubiger die Zwangsversteigerung, müssen alle Schulden, die vor ihm – also auf höheren Rängen – eingetragen sind, befriedigt werden.

Talos belegt die Ränge 11 und 12. Davor stehen die Forderungen der NRW-Bank. In den vergangenen Wochen war im Zusammenhang mit der Zukunft von Hochhäusern in Porz-Finkenberg und Chorweiler über das Engagement des Investors Erez Adani und seiner Firmengruppe diskutiert worden. Zur Adani-Gruppe gehört die KPL Immo, die in Finkenberg Hochhäuser besitzt, in denen Mieter über den schlechten Zustand und Mieterhöhungen klagen. Direkte Beziehungen zur Firma Talos, die in Chorweilers Grundbuch eingetragen ist, wurden von KPL bestritten.

Beim Amtsgericht hat nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ zwischenzeitlich ein Rechtsanwalt für KPL Immo Einsicht ins Grundbuch beantragt. Er schreibt, KPL Immo sei „durch Umfirmierung aus der Talos Grundbesitz GmbH hervorgegangen“. Die sei wiederum „unter der Bezeichnung „Talos Grund GmbH“ im Grundbuch für die Chorweiler Hochhäuser eingetragen.

Adani hat nach starkem öffentlichem und politischem Druck mitteilen lassen, dass er kein Interesse mehr an einem Gebot in Chorweiler hat. Vertreter von Stadt und Bezirkspolitik trauen der Ansage noch nicht. „Ob sich Talos da mit seinen vielen Untergesellschaften ganz raushält, wage ich zu bezweifeln“, sagt Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge.
Durch das Mitbetreiben der Zwangsversteigerung sorgt Talos nun in jedem Fall dafür, dass die Chancen für ein Konsortium unter der Führung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GAG weiter sinken. Die finanziellen Möglichkeiten einer solchen Bietergemeinschaft sind begrenzt.