28.07.2016
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Lea-Sofie: Ermittlungen erfolglos eingestellt

Lea-Sofie

Trauer um Lea-Sofie nach der Tragödie in Köln-Chorweiler.

Foto:

dpa

Köln -

Die arbeitsrechtlichen Ermittlungen wegen eines nicht weitergeleiteten Vermerks im Zusammenhang mit der Tötung der zweijährigen Lea-Sofie wurden von der Polizei eingestellt. Es habe nicht festgestellt werden können, wer für den Fehler verantwortlich war, bestätigte ein Behördensprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Unter anderem konnte der zuständige Beamte deshalb nicht ermittelt werden, weil ein vorgeschriebener elektronischer Bearbeitungsvermerk zu dem Papier fehlt.

In dem Polizeivermerk, der etwa drei Wochen vor dem Tod des Mädchens geschrieben wurde, ist von einer unaufgeräumten und nicht kindgerechten Wohnung die Rede. Die Beamten waren von Nachbarn gerufen worden, weil sie sich durch Lärm gestört fühlten, der aus der Wohnung des Mädchens kam. Der Vermerk war wochenlang nicht an das Jugendamt weitergeleitet worden und wurde auf der Polizeiinspektion im Stadtteil Chorweiler erst wieder entdeckt, nachdem das zweijährige Mädchen tot war.

„Wenn man nicht weiß, wer den Fehler begangen hat, dann kann auch niemand zur Rechenschaft gezogen werden“, kommentierte ein Polizeisprecher das Ergebnis der Untersuchung. Zur Klärung seien unter anderem die zuständigen Beamten der Inspektion befragt worden, die sich an das Papier aber nicht mehr erinnern konnten. Was nicht ungewöhnlich wäre: Denn der Vermerk hat erst nach dem Tod des Kindes für Aufregung gesorgt, zum Zeitpunkt der Erstellung handelte es sich lediglich um einen Routinevorgang.

Einen Beleg dafür, dass der Tod des Mädchens durch die Mitteilung an das Jugendamt hätte verhindert werden können, gibt es zudem nicht. Die Staatsanwaltschaft Köln hat ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung gegen die Polizei vor kurzem eingestellt. Es sei davon auszugehen, dass an dem Tag, an dem das Papier verfasst wurde, keine Gefahr für die Gesundheit oder gar für das Leben des Kindes bestanden habe, begründet eine Justizsprecherin die Einstellung. Es habe weder Hinweise auf häusliche Gewalt gegeben, noch habe es bei Lea-Sofie Verletzungen oder körperliche Mangelerscheinungen gegeben, die ein sofortiges Einschreiten zwingend notwendig gemacht hätten. Dass es drei Wochen später zu dem Tötungsdelikt kommen könnte, sei auch für die Beamten nicht erkennbar gewesen, die für die Weiterleitung des Vermerks zuständig waren.


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