27.09.2016
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Neonazi-Propaganda: Rechte Parolen weggeputzt

Aktion „Esch putzmunter" gegen Nazis

Aktion „Esch putzmunter" gegen Nazis

Foto:

Arton Krasniqi, KSTA

Es gibt viele „putzmunter“-Aktionen in Kölner Stadtteilen. Bei „Esch putzmuter“ jedoch ging es nicht darum, Müll aufzuklauben. Auf Einladung des Escher Anwohnerbündnisses „Kein Platz für Nazis“ haben sich rund 70 Bürger getroffen, um ihren Stadtteil von neonazistischer Propaganda zu befreien.

Mit Putzmittel, Spachteln und teilweise sogar mit Farbe rückten sie Laternen, Verkehrsschildern, Stromkästen und Hauswänden zu Leibe, um dort neonazistische Aufkleber und Graffiti zu beseitigen. Der kleine Ort wird seit einigen Jahren immer wieder mit rechten Parolen verunziert (der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete). In Esch leben einige Mitglieder der sogenannten Autonomen Nationalisten, einer gewaltbereiten Strömung des Rechtsextremismus’, von der es in ganz Deutschland Gruppen gibt. Die Bürger verdächtigen die Rechtsaktivisten, die Aufkleber und Schmierereien angebracht zu haben.

Unter anderem nahmen Mitglieder der Dorfgemeinschaft Esch, des Freizeit-Fußballklubs FC Kess, des NS-Dokumentationszentrums und Bezirkspolitiker an der Aktion Teil.

In Esch würden nach wie vor Menschen von Neonazis bedroht, sagte Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge: „Noch immer werden am Escher See und auf der Straße Jugendliche von Rechten angepöbelt. Das ist massiv hier.“ Die Situation vor Ort „kann man einfach nicht akzeptieren“, betonte Wittsack-Junge und machte den Autonomen Nationalisten ein Angebot: „Wer nicht mehr rechts sein möchte, ist bei uns herzlich willkommen.“