29.07.2016
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Neubaugebiet: Gärtnerei weicht neuer Siedlung

Nach drei Generationen ist Schluss. Matthias hat seine Gärtnerei aufgegeben. Auf dem Grundstück in Heimersdorf entsteht eine neue Siedlung für 40 Familien.

Nach drei Generationen ist Schluss. Matthias hat seine Gärtnerei aufgegeben. Auf dem Grundstück in Heimersdorf entsteht eine neue Siedlung für 40 Familien.

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Philipp Haaser

Heimersdorf -

Matthias Granrath steht zwischen verfallenen Gewächshäusern. „Nach der Schule habe ich hier früher Unkraut gejätet“, erzählt er und zeigt auf das große Treibhaus, in dem die letzten Callas wachsen. Der 75-Jährige hat den Betrieb von seinem Vater, der hat ihn vom Großvater übernommen. Den Großteil des Grundstücks hat Granrath verkauft. 40 Einfamilienhäuser will eine Firma aus Wiesbaden hier bauen. Nicht mehr lange und die ersten Bagger und Baumaschinen rollen auf das Grundstück hinter der Tankstelle am Volkhovener Weg. In diesem Sommer soll es losgehen.

Mit den Nachbarn liegt Granrath deshalb im Clinch. Nicht jeder ist mit dem geplanten Neubaugebiet einverstanden. Nach der Bezirksvertretung Chorweiler hat Ende April auch der Rat dem Vorhaben und dem zugehörigen Bebauungsplan zugestimmt, nachdem die Einwände der Anwohner beraten und zum Teil berücksichtigt worden waren. „Es wäre unsinnig, solch große Flächen unbebaut zu lassen“, erklärt Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge (Grüne).

Dass Wohnraum in Köln begehrt ist, dass auch Heimersdorf attraktiv für Zuzügler ist, zeigt sich daran, dass nach Angaben des Investors alle Häuser für Preise um 235 000 Euro bereits verkauft sind. Und das, obwohl einige Grundstücke an der Bahnstrecke nach Düsseldorf liegen. Eine S-Bahnhaltestelle ist in der Nähe und die zukünftigen Bewohner können am Haselnußhof in die Linie 15 steigen. Auch zum Militärring und zur Autobahn ist es nicht weit. Gut angebunden wird sie also immerhin sein, die neue Siedlung.

Anwohner äußern Bedenken

Anwohner hatten während der Öffentlichkeitsbeteiligung Bedenken geäußert. Einige fürchteten, ihren Grundstücken würde Sonnenlicht genommen. Andere sorgten sich um die Sicherheit der Zufahrt, die an einer Tankstelle vorbei führt. Auch die Zahl der ursprünglich geplanten Häuser stieß auf heftige Kritik. Aus den vom Investor vorgeschlagenen Alternativen wurde die mit den wenigsten Häusern auf dem Grundstück gewählt. Damit sich die Neubauten in die Umgebung einpassen, dürfen sie eine Höhe von 6,50 Meter nicht überschreiten. Die Bezirksvertreter setzten sich in ihrer Sitzung im April ausdrücklich für den Erhalt der Tankstelle ein. Die Zufahrt wird erweitert, die Feuerwehr hat die Situation geprüft und für sicher befunden. Der Abstand zu den nördlich angrenzenden Grundstücken wird mit zehn Metern mehr als dreimal so viel betragen wie vorgeschrieben. Die 20 Doppelhäuser werden zu beiden Seiten einer Privatstraße in der Mitte der Siedlung entstehen. „Alle Interessen wurden soweit wie möglich berücksichtigt. Ich finde, das ist hier ganz gut gelungen“, sagt Wittsack-Junge.

Zentralheizung für die Siedlung

Die Häuser der Siedlung werden von einer zentralen Heizung mit Wärme versorgt. Neben einem der Häuser wird die dazugehörige Heiztechnikzentrale errichtet. Als Brennstoff dienen Pellets, kleine Holzpillen, die mit einem Lkw angeliefert werden. Der Projektentwickler Traumhaus GmbH hat gute Erfahrungen mit der gemeinsamen Heizanlage gemacht.

Das Haus mit der zentralen Heizung sei sehr begehrt, berichtet Sandra Berlip, Mitarbeiterin des Unternehmens, das seit zwanzig Jahren Siedlungen nach ähnlichem Muster entwickelt. Auf dem Anbau, in dem die Anlage untergebracht ist, können sich die Besitzer nämlich eine Terrasse einrichten.


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