30.07.2016
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Northside: Offene Fahrradwerkstatt kann bleiben

Griff in die Werkzeugkiste: In der Jugendeinrichtung Northside können die Besucher wöchentlich zwei Mal ihre Drahtesel reparier

Griff in die Werkzeugkiste: In der Jugendeinrichtung Northside können die Besucher wöchentlich zwei Mal ihre Drahtesel reparieren. Das Material und fachliche Hilfe erhalten sie dort kostenlos.

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Wischgoll

Chorweiler -

Der Fahrradreifen ist platt, das Ventil defekt, die Kette mal wieder abgesprungen - und das eigene Talent, kleinere Reparaturen vorzunehmen, leider begrenzt. Im Kinder- und Jugendzentrum Northside bietet jetzt eine Stadtteil-Fahrradwerkstatt Hilfe an. Dort können Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern oder Anwohner den defekten Drahtesel unter fachmännischer Anleitung selbst und kostenfrei reparieren oder Fahrräder vom Schrottplatz neu zusammenbauen.

Die Werkstatt wird mit rund 4300 Euro von der Aktion "Klimabausteine" des Klimakreises Köln finanziert. Viermal im Jahr fördert der Verein Projekte, die sich in besonders innovativer Weise für den Schutz der Umwelt einsetzen. Das Geld dazu stammt aus dem Programm "Energie und Klima 2020" der Rhein-Energie. "Nur wer ein intaktes Rad hat, kann damit auch gut fahren", sagt die Projektleiterin der Klimabausteine, Brigitte Jantz. Und wer viel Fahrrad fahre, leiste auf lange Sicht einen Beitrag für bessere Luft. Die Kunden sollen durch die "Wiedernutzung, Reparatur und die klimafreundliche Mobilität" ein Umweltbewusstsein entwickeln, hoffen die Initiatoren.

Radtouren und Fahrradwerkstatt

Dabei ist die Idee der Radreparatur im Northside nicht ganz neu. Seit Sommer 2010 bietet die Einrichtung einen Nachmittag in der Woche an, damit die Jugendlichen mit Hilfe von Mitarbeitern an ihren Rädern basteln können. Als Werkstatt ist dafür der Außenbereich des Hauses genutzt worden. Zudem wurden kleinere Radtouren organisiert. Das Projekt kam gut an, immer mehr Kinder schoben ihre Räder in das Jugendzentrum. "Da kamen wir auf die Idee, die Werkstatt auszubauen", erinnert sich die Leiterin des Northside, Sylvia Eichelmann. Da der Träger der Einrichtung, die Jugendzentren Köln GmbH, die nötigen finanziellen Mittel nicht aufbringen konnte, bat sie beim Klimakreis um Unterstützung. "Das Geld der Stadt reicht nicht aus, um Projekte zu finanzieren", sagt Eichelmann. "Wir sind auf andere Geber angewiesen."

Der Zuschuss reicht nun bis Sommer 2013. Für die Zeit danach muss eine neue Geldquelle her - oder die Einrichtung kann die Werkstatt mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern selbst stemmen. Im Frühjahr werden zudem die Öffnungszeiten auf zwei Tage erweitert. Der Leiter der Radwerkstatt, Uwe Sönnichsen, ist optimistisch: "Es ist ein gutes Angebot für den Stadtteil und gerade Chorweiler-Nord als sozialen Brennpunkt. Viele Kinder haben bei uns das Radfahren gelernt."