25.08.2016
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Radschutzstreifen: Neue Wege für Fahrradfahrer

So ist es gedacht: Die Autos nutzen die Kernfahrbahn, die Radler die Schutzstreifen.

So ist es gedacht: Die Autos nutzen die Kernfahrbahn, die Radler die Schutzstreifen.

Foto:

Grönert

Auweiler/Esch -

Die Stadt Köln nimmt neben dem Rhein-Erft-Kreis und vier weiteren Regionen an einem bundesweiten Projekt zum Ausbau des Radverkehrs teil. Ziel ist es, die Nutzung des Fahrrads auch auf Straßenverbindungen zwischen zwei Ortschaften attraktiver und zugleich sicherer zu gestalten. Anders als in der Straßenverkehrsordnung von 1997 festgeschrieben, werden dabei erstmals auch außerhalb geschlossener Ortschaften sogenannte Schutzstreifen angelegt. Sie unterscheiden sich von klassischen, rot markierten Fahrradwegen dadurch, dass sie nur durch weiße Trennstriche an den Fahrbahnrändern gekennzeichnet sind.

Erste Teststrecke nach Pulheim

Als erste von zwölf Teststrecken wurde jetzt die Pohlhofstraße umgestaltet. Die Kreisstraße, die den Stadtteil Esch/Auweiler mit Pulheim verbindet, erfüllt alle Kriterien: Sie überschreitet den maximalen Fahrbahnquerschnitt von 7,50 Metern nicht und ist zudem mit weniger als 4000 Kraftfahrzeugen am Tag relativ wenig befahren.

In einem ersten Schritt entfernten Mitarbeiter des Straßen- und Verkehrsamtes den Mittelstreifen. Die verbliebene Kernfahrbahn darf nun aus beiden Richtungen genutzt werden. Nur bei Bedarf, beispielsweise bei Gegenverkehr, dürfen motorisierte Verkehrsteilnehmer auf die neuen Radschutzstreifen ausweichen. Wichtig in jedem Fall: Radler dürfen dabei nicht behindert werden.

Modellversuch bis Dezember 2014

Die Federführung für das Modellprojekt, das überwiegend aus Töpfen des Bundes finanziert wird, hat das Landesministerium für Energie und Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern übernommen. „Dank solcher Aktionen kommen wir in der Republik zusammen“, freute sich Bernd Sievers, Leiter der Arbeitsgruppe Radverkehr, über die erste Teststrecke. „Alle Markierungen und Elemente sind bereits aus anderen Verkehrsbereichen bekannt“, so der Politiker. Wer hier unterwegs sei, könne sie also problemlos für sich übersetzen.

Erste Beobachtungen haben ihm gezeigt, dass sich der Großteil der Nutzer bereits jetzt an die Regeln halte. „Wie bei jeder Einführung von etwas Neuem gibt es auch hier einen gewissen Prozentsatz, der erst noch lernen muss. Deshalb glaube ich an den Erfolg – und dass es uns gelingen wird zu beweisen, dass wir mit diesem neuen Modell keine zusätzliche Unsicherheit auf die Straße bringen.“

Der Modellversuch auf der Pohlhofstraße, der durch verschiedene Messungen und Zählungen wissenschaftlich begleitet wird, dauert bis zum 31. Dezember 2014. Fällt die Auswertung positiv aus, könnten Markierungen dieses Typs in Zukunft offiziell Teil der Straßenverkehrsordnung werden – und auch auf vielen anderen Straßen eingesetzt werden.


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