24.07.2016
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Wiedereröffnung: Der Krebelshof ist gerettet

Die Tore zum Krebelshof könnten sich bald öffnen, das haben sich die Betreiber-Vereine vorgenommen. Eine Ausstellung dokumentiert derweil die Bedeutung der Anlage.

Die Tore zum Krebelshof könnten sich bald öffnen, das haben sich die Betreiber-Vereine vorgenommen. Eine Ausstellung dokumentiert derweil die Bedeutung der Anlage.

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Görtz

Worringen -

Auf die Zukunft des Krebelshofs stießen die neuen Betreiber mit Apfelsaft an. Der stammte von Bäumen, die auf dem alten Anwesen wachsen. Ein gutes Omen, so hofften sie wohl, für ihre ehrgeizigen Pläne. In fünf Jahren soll das insolvente Jugendzentrum im Worringer Bruch wieder so laufen wie zu seinen besten Zeiten — mit Jugendarbeit, Gastronomie und Konzerten. Das haben sich die neuen Betreiber, ein Zusammenschluss des Vereins Lino-Club, des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) und der Jugendzentren gGmbH (Jugz), fest vorgenommen. Unter dem Namen Guja gGmbH wollen sie das baufällige und derzeit geschlossene Jugend- und Kulturzentrum modernisieren. Das Bürgerschaftshaus Bocklemünd/Mengenich, das ebenfalls zur Kooperation gehörte, zog sich vor Kurzem aus finanziellen Gründen zurück.

Die Pläne des Konsortiums wurden jetzt bei einer Ausstellungseröffnung des Aktionsbündnisses Krebelshof im City-Center bekannt. Nachdem lange unklar war, wie es mit dem Anwesen weitergeht, hatte unter anderem das Engagement der Worringer Bürger dazu geführt, dass rasch nach einer Lösung gesucht wurde. "Guja bedeutet »Gesellschaft für urbane Jugendarbeit«", sagt Hans-Josef Saxler, Geschäftsführer des Lino-Clubs. Neben den klassischen Schwerpunkten schwebt den neuen Betreibern ein Konzept vor, das Jugendkultur und Natur verbindet. "Die Kinder befinden sich im Krebelshof im Grünen", sagt Saxler. "Wir wollen das Thema »Hofanlage« aufgreifen."

Allerdings kann die Gesellschaft erst gegründet werden, wenn die Bezirksregierung zustimmt. Das ist notwendig, da die Jugz zu 51 Prozent der Stadt gehört und sich mit öffentlichen Geldern finanziert. Der Jugendhilfeausschuss und der Rat plädierten bereits für das Vorhaben. "Wir rechnen in den kommenden Wochen mit einer Entscheidung", sagt Fabian Goevert von der Jugz.

Zeitgleich mit der Gründung sollen die Renovierungsarbeiten beginnen. Zuerst wird ein Haus für die Offene Jugendarbeit hergerichtet, dafür plant das Konsortium rund vier Wochen ein. So könnte die Jugendarbeit noch im Frühling starten. Der nächste Schritt sei die Suche nach einem Gastronom.

Bis 2018 soll das Gebäude sukzessive saniert werden. Geschätzte Kosten: Rund 300 000 Euro. Die neuen Betreiber hoffen dabei auf lokale Handwerker, die ihnen kostengünstig unter die Arme greifen. "Derzeit prüfen wir Kostenvoranschläge", sagt Goevert. Ralf Heinen, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, lobte die Kooperation. Es sei zu begrüßen, dass ein kirchlicher Verein, der SKM, mit einem weltlichen zusammen arbeite. "Die Mittel sind knapp, da ist es gut, wenn sie kooperieren." Der erforderliche Betriebskostenzuschuss in Höhe von 168 000 Euro, der jährlich fließen soll, ist für den aktuellen städtischen Haushalt gesichert, sagt Heinen.

Wie die Zusammenarbeit in der Praxis läuft, können die drei Gruppen in der letzten Osterferienwoche testen: Dann wollen sie ein Feriencamp für Kinder anbieten. Und am letzten Tag soll es ein großes, auch für Anwohner und Gäste zugängliches Baustellenfest geben.