26.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Zwangsversteigerung: Demo gegen Zwangsversteigerung

Mit Kerzen in den H änden demonstrierten zahlreiche Bewohner der zwangsverwalteten Häuser in Chorweiler.

Mit Kerzen in den H änden demonstrierten zahlreiche Bewohner der zwangsverwalteten Häuser in Chorweiler.

Foto:

Max Grönert

Chorweiler -

Mehr als tausend Kerzen sollten Hoffnung und Solidarität symbolisieren. Die Pfarrgemeinde Seliger Papst Johannes XXIII. in Chorweiler, der Caritasverband, das katholische Stadtdekanat Worringen und zahlreiche Bewohner der zwangsverwalteten Hochhäuser in Chorweiler machten am Pariser Platz auf ihr Anliegen aufmerksam. Weil es düster aussehe für die Bewohner von 1200 Wohnungen, sollten am Fest der heiligen Lucia 1200 Lichter entzündet werden. Die bevorstehende Zwangsversteigerung, die Lage der Bewohner und „das drohende Umkippen des Stadtteils Chorweiler geht uns alle an“, so Dechant Stephan Weißkopf und Clemens Zahn vom Caritasverband. Unter dem Motto „Immobilien-Heuschreckenalarm“ hat das Sozialbüro im Stadtteil eine Postkartenaktion gestartet, mit der die Stadt aufgefordert wird, die Wohnungen nicht in die Hände „einer sogenannten Heuschrecke“ geben.

Investor mit Gewissen gesucht

Was passiert, wenn ein Investor die Häuser kauft, dem es nur um seinen Profit geht, könne man schon jetzt besichtigen. Chorweiler brauche einen Investor, „dem die Erhaltung und Sanierung der Wohnungen zum Wohle ihrer Bewohner am Herzen liegt“.

Für die Lichteraktion hatten die Veranstalter das Fest der heiligen Lucia gewählt, einer vor allem in Skandinavien verehrten Heiligen, die der Legende nach Lebensmittel in Katakomben brachte, in denen sich verfolgte Christen versteckt hielten. Um dabei die Hände frei zu haben, soll sie einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf getragen haben. In Chorweiler kam am Donnerstag eine Lucia-Darstellerin aus der Kirche, um das Licht an die Bewohner, Vertreter der Kirche und der Stadt weiterzugeben.

Die Vertretung der Stadt übernahm Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Nach dem Rückzug des privaten Investors Erez Adani, der nach viel Kritik erklärt hatte, kein Interesse mehr an den Häusern zu haben, ist unklar, was bei der Zwangsversteigerung am 18. Januar passieren wird. „Wir bleiben skeptisch, da auch andere Finanzinvestoren die Wohnungsbestände aufkaufen könnten“, sagte der Chorweiler SPD-Landtagsabgeordnete und DGB-Chef Andreas Kossiski. Im Landtag und auf städtischer Ebene würden nun „alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Instrumente zu schärfen“, mit denen man die überteuerte Vermietung von heruntergewirtschafteten Wohnungen verhindern will.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?