26.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Christopher Street Day: Das Rennen um die Million

Tausende Teilnehmer in schrillen Outfits und hunderttausende Besucher nahmen an der CSD-Parade im vergangenen Jahr teil.

Tausende Teilnehmer in schrillen Outfits und hunderttausende Besucher nahmen an der CSD-Parade im vergangenen Jahr teil.

Foto:

Grönert

Köln -

Da war sie endlich, die magische Million. So viele Zuschauer soll die Christopher-Street-Day-Parade gehabt haben, sagen die Veranstalter und jubelten: Rekord! Selbst Nachrichtenagenturen transportieren Zahlen von 900 000 – unter Berufung auf die Polizei. Fragt sich nur, welche Polizei das gewesen sein soll. Die aus Köln sagt: „Wir zählen nicht, und wir haben auch keine Zahlen bekanntgegeben.“

Klar, es war viel los an der Parade, aber eine Million? Angenommen, auf einen Meter des 3,9 Kilometer langen CSD-Wegs passen zwei Menschen. Dann müssten bei einer Million Zuschauer entlang der gesamten Parade die Leute auf beiden Seiten in 60 Reihen hintereinander gestanden haben. Bei allem Geknubbel, etwa auf der Apostelnstraße, und selbst wenn man die Besucher der Kundgebung auf dem Heumarkt sowie ein Kommen und Gehen des Publikums berücksichtigt: Das hört sich doch ein bisschen viel an.

#articles
Der CSD ist allerdings nicht allein im Rennen um die Millionen. Der Köln-Marathon pirscht sich mit angeblich rund 700.000 Zuschauern an die neuralgische Zahl an, die Kölner Lichter sollen etwa 800.000 Menschen sehen. Fragwürdig sind auch die beharrlich formulierten 1,3 Millionen, die während des Rosenmontagszugs in der Stadt sein sollen.

Möglicherweise ist es schlicht ein Kölner Reflex, schließlich musste die Stadt selbst lange um die Million kämpfen müssen: die Einwohnermillion. Nur gut, dass die 11 000 Jungfrauen der Heiligen Ursula nur einmal versuchten, über den Rhein zu kommen. Sonst wären das heute sicher auch schon eine Million. Mindestens.