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Demonstrationen: Böller und Beleidigungen

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Die Demonstrationen in Poll, Weiden und der Südstadt wurden von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Foto: Arton Krasniqi
Etwa vierzig Anhänger der rechtsextremen Pro-Bewegung haben am Samstag vor drei Kölner Aussiedlerwohnheimen demonstriert. Dabei trafen sie auf rund 250 Gegendemonstranten. Sechs davon nahm die Polizei in Gewahrsam.
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Etwa vierzig Anhänger der rechtsextremen Parteien Pro Köln und Pro NRW haben am Samstag vor drei Kölner Aussiedlerwohnheimen demonstriert. Vor den Heimen in Poll, Zollstock und Weiden trafen sie auf etwa 250 Gegendemonstranten, die sich in einem breiten Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Vereinen organisiert hatten. Die Veranstaltungen in Poll und Weiden verliefen friedlich. Lediglich an der Vorgebirgsstraße kam es zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten.

Ausschreitungen bei Pro Köln-Demo

Vereinzelt wurden Tomaten und Böller auf die Rechten geworfen. Die Polizei nahm sechs linke Demonstranten in Gewahrsam. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck sagte: "In Köln ist kein Platz für Rassisten, egal, welcher Couleur." In seiner Rede bezeichnete Pro-Köln-Ratsmitglied Jörg Uckermann Volker Beck als "warmen Bundestagsabgeordneten" und formulierte weitere Anspielungen auf Beck, der offen homosexuell lebt. Beck hat Strafanzeige erstattet.

Die rechtsextreme Pro-Bewegung in NRW

Die Bewegungen Pro NRW und Pro Köln werden wegen ihrer ausländer- und vor allem islamfeindlichen Gesinnung vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beobachtet. Den Verein Pro Köln gibt es bereits seit 1996, Pro NRW als Partei seit 2007.

Zusammen haben die Pro-Bewegungen laut Verfassungsschutz etwa 1000 Mitglieder. Über Kommunalpolitik versucht die rechtsextreme Pro-Bewegung, Einfluss zu gewinnen. Ausländer hat sie in der Vergangenheit immer wieder als nicht integrierbare, unerwünschte Menschen zweiter Klasse dargestellt.

Der Islam wird als Feindbild propagiert. Regelmäßig demonstrieren Anhänger der Bewegung gegen den Bau von Moscheen. Zurzeit führt Pro NRW eine Serie von Demos vor Flüchtlingsheimen durch, um gegen „Asylmissbrauch“ zu demonstrieren.

Großaufgebot der Polizei

Die Gegendemonstranten nannte Uckermann eine "rot-grüne SA". Alle Veranstaltungen wurden von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Vereinzelt kam es zu Verkehrsbehinderungen. (bls)

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