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Die Woche: Einfach Blech gehabt

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Ein typisches Kind der 70er Jahre: Das Ingenieurwissenschaftliche Zentrum der FH in Deutz. Foto: Bause
Bautechnische Sensationen in Köln: Die Severinsbrücke greift zur Selbsthilfe und entledigt sich überzähliger Bleche. Die Fachhochschule in Deutz hingegen wird zum Denkmal erhoben und trotzdem abgerissen. Der satirische Wochenrückblick.  Von
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Auch wenn Journalisten zu Übertreibungen neigen: Ein Ereignis haben wir in dieser Woche völlig unterbewertet. Das müssen wir selbstkritisch anerkennen. In Köln hat sich in dieser Woche eine bautechnische Sensation ereignet.

Die seit Jahren vernachlässigten und arg ramponierten Bauwerke greifen zur Selbsthilfe. Sie fangen an, sich selbst zu reparieren. Die frisch renovierte Severinsbrücke beispielsweise hat sich am Dienstag spontan dazu entschlossen, ihre überzähligen Bleche der Leverkusener Rheinbrücke ein paar Kilometer stromabwärts zu spenden. Weil die mit ihren ganzen Rissen und Löchern für die Operation Flickwerk jede Platte gut gebrauchen kann.

Holprige Blechspende

Gut, die erste Blechspende ist noch etwas holprig verlaufen, weil die Stahlplatten nicht wie geplant im Rhein gelandet sind, um stromabwärts Richtung Leverkusen zu schwimmen. Sie krachten auf die Fahrbahn, die Bauarbeiter waren in heller Aufregung, und die Autofahrer standen im Stau. Da kann man nur sagen: Blech gehabt.

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Aber es geht ja um den guten Willen. Vielleicht könnte die seit dieser Woche unter Denkmalschutz stehende Fachhochschule in Deutz vor dem Abbruch ein paar ihrer Balkone dem Axa-Hochhaus spenden. Die Balkonspende könnte den Axa-Bewohnern bei der anstehenden Sanierung eine Menge Geld sparen, zumal beide Gebäude aus den 70er Jahren stammen und eine ähnliche Beton-DNA aufweisen. Da ist die Gefahr, dass es zu Abstoßungsreaktionen kommt und der Beton auf die Rheinuferstraße kracht, gering.

Vom Beton zum Jeton

Sich selbst reparierende Bauwerke und die Lizenz für eine neue Spielbank. Vom Beton zum Jeton. Köln steht eine großartige Zukunft bevor. Von wegen: Rien ne va plus – nichts geht mehr. In Köln wird bald alles gehen. Wenn das neue Casino am Rhein nach Duisburger Vorbild steht, wird es kein Halten mehr geben. Unsere Stadt wird einen ähnlichen Aufschwung erleben wie die pulsierende Ruhrmetropole.

Das Flügelauto von HA Schult wird bei der nächsten Inspektion tatsächlich goldene Flügel bekommen – und nicht diese Spraydosen-Lackmischung aus der Ford-Lehrwerkstatt. Der DFB wird sich mächtig ärgern, dass er sein Sportkompetenz-Zentrum für innovative Fußballkonzepte in der Bankenstadt Frankfurt errichten wird, bloß weil die störrischen Kölner ihm einen Maulwurf-Acker namens Jahnwiese nicht zur Verfügung stellen wollten. Der Spielbankenstadt Köln kann das schnurzegal sein. Die Kugel rollt bei uns.

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