26.08.2016
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Zeitweise Schließung an Karneval: „Der Kölner Dom ist kein Zufluchtsort bei drohender Gefahr“

Der Kölner Dom sei bei drohender Gefahr kein geeigneter Zufluchtsort, sagt Domdechant Klein.

Der Kölner Dom sei bei drohender Gefahr kein geeigneter Zufluchtsort, sagt Domdechant Klein.

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dpa

Köln -

Kölns Stadt- und Domdechant Robert Kleine hat die temporäre Schließung des Doms zu Karneval verteidigt. Er sei kein Zufluchtsort bei drohender Gefahr, sagte Kleine im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag in Köln mit Blick auf die Gewaltexzesse der Silvesternacht. „Wir können doch nicht mit zwei Domschweizern sicherstellen, dass jemand, der verfolgt wird, in den Dom kommt, die Verfolger aber nicht.“ Der Dom stehe grundsätzlich allen offen und sei „kein Zufluchtsort in dem Sinne, dass da Leute hereinkommen und dann das Hauptportal schnell geschlossen werden kann“. Diese Vorstellung sei illusorisch.

Der Dom wird nach den Gottesdiensten an Weiberfastnacht, Karnevalssamstag und Rosenmontag ab 10.00 Uhr, an Karnevalssonntag ab 12.00 Uhr aus Sicherheitsgründen geschlossen. „Damit wollen wir verhindern, dass zum Beispiel Angetrunkene hier ihr Unwesen treiben“, so der Domdechant. Wer aber vor dem Feiern am Gottesdienst teilnehmen möchte, könne dies auch kostümiert tun, „wenn es noch zur Würde der Feier passt“.

Kleine fordert starke Polizeipräsenz

Weiter forderte Kleine, es müsse alles getan werden, „dass sich solche schlimmen Vorkommnisse wie an Silvester nicht wiederholen und die Freude und Fröhlichkeit überschatten“. Davor hätten viele Menschen Angst. Gefordert sei eine starke Polizeipräsenz, Achtsamkeit und Zivilcourage.

Dass es jetzt „zu Gegengewalt und so etwas wie Selbstjustiz in Form von sogenannten Bürgerwehren“ komme, verurteile die Kirche aufs Schärfste, so der Domdechant. Politik, Polizei und Justiz müssten die Geschehnisse „mit klarem Kopf aufarbeiten und dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt - nicht nur am Dom und nicht nur mit Blick auf die kommenden närrischen Tage“. (kna)