24.07.2016
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Domforum: „Museum und Forschungsinstitut“

Die archäologische Zone am Rathaus

Die archäologische Zone am Rathaus

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stefan worring

Köln -

Das Projekt Archäologische Zone und Jüdisches Museum wird nach den Worten des designierten Gründungsdirektors Thomas Otten „nicht nur ein Museumsbau, sondern hier entsteht auch ein Forschungsinstitut“. Der promovierte Archäologe, derzeit Referatsleiter im nordrhein-westfälischen Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, sprach am Montagabend bei einer Veranstaltung des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Köln im Domforum.

Ein wichtiger Forschungsgegenstand seien die Überreste der Synagoge unter dem Rathausplatz, über deren Datierung sich nach den Worten Ottens noch keine eindeutigen Aussagen machen lassen. Die Funde deuteten auf eine Entstehung „im neunten Jahrhundert, vielleicht etwas früher“ hin. Die These, die Synagoge könnte schon einige Jahrhunderte früher an dieser Stelle gestanden haben, „lässt sich auf archäologischem Weg nicht beweisen“, so der Archäologe. Aus historischer Sicht sprächen klare Gründe gegen die These einer spätantiken Synagoge.

Nach Auffassung Ottens „kann das Museumskonzept nur funktionieren, wenn beide Teile zusammengeführt werden“ – Ausgrabungen und Museumsbau. Dabei stünden „mit Mikwe, Synagoge und den weiteren jüdischen Denkmälern die wichtigsten Exponate des Jüdischen Museums unten in den Ausgrabungen, nicht oben im Neubau“. Zur aktuellen Kostenentwicklung konnte sich Otten nicht äußern; die Zahlen würden derzeit von der Stadt als Bauherrin des Projektes geprüft. Nach den ursprünglichen Planungen sollte der vom Land NRW mit 14,3 Millionen Euro bezuschusste Bau des Museumsprojektes die Stadt rund 52 Millionen Euro kosten; auch die Prüfung der bislang tatsächlich angefallenen Grabungskosten – zuletzt war von Mehrkosten von rund fünf Millionen Euro die Rede – läge in der Zuständigkeit der Stadt.

Otten wies darauf hin, dass im Jahr 2011 im Rahmen des vom Land geprüften Förderantrags die Kosten für die Archäologische Zone mit 40 Millionen Euro und für den Museumsbau mit zwölf Millionen Euro angesetzt worden seien. Dies mache vorbehaltlich einer aktualisierten Kostenrechnung „die Option, wegen der Kosten auf einen Neubau zu verzichten, wenig attraktiv“, hielt Otten den Kritikern der aktuellen Neubaupläne entgegen.

Wann er sein neues Amt antrete, sei noch nicht klar, so Otten.