26.09.2016
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ADAC-Aktion: Schulklassen im toten Winkel

Im toten Winkel sind die Kinder nicht für den Lkw-Fahrer zu sehen. Die Fläche ist so groß, dass die ganze Klasse darin verschwindet.

Im toten Winkel sind die Kinder nicht für den Lkw-Fahrer zu sehen. Die Fläche ist so groß, dass die ganze Klasse darin verschwindet.

Foto:

Grönert

Köln -

„Wenn die uns nicht sehen, können die uns überfahren.“ Der kleine Rudi aus der vierten Klasse der Grundschule Nussbaumerstraße weiß schon sehr genau um die Gefahren des toten Winkels, genauso wie seine Klassenkameraden. Als die Kinder am Mittwochmorgen auf dem Ehrenfelder Lenauplatz dann aber sehr anschaulich demonstriert bekommen, wie groß der blinde Fleck im Sichtfeld der Lkw-Fahrer tatsächlich ist, staunen sie trotzdem: Die ganze Klasse verschwindet im Toten Winkel des ADAC-Trucks.

150 Schulklassen haben sich angemeldet

Seit fünf Jahren arbeiten der Verkehrsclub, die Stadt und die Polizei zusammen, um Kinder für die besonderen Gefahren bei abbiegenden Lkw zu sensibilisieren. Die kostenlose Aktion ist äußerst beliebt, für 2013 haben sich schon 150 Schulklassen angemeldet. Wie nötig sie ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: Seit 2007 starben in Köln neun Menschen bei Unfällen im toten Winkel. Deutschlandweit sind es laut ADAC jedes Jahr 140 Radfahrer und Fußgänger.

In Ehrenfeld können die Schulkinder selber erleben, wie eingeschränkt das Blickfeld der meisten Lasterfahrer ist, als sie hinter dem Lenkrad Platz nehmen und einen Blick in den Spiegel werfen. „Das bleibt als Erlebnis auf jeden Fall haften“, ist sich Schulleiterin Verena Wergen sicher.

Nach wie vor sind viele Lkw nicht mit Extra-Spiegeln oder Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet. Erst ab 2015 sollen Zusatzspiegel an Lkw und Bussen zur Pflichtausstattung gehören. Die Polizei appelliert darum an die Eltern der Kinder, sich nicht nur auf Verkehrserziehungsmaßnahmen in den Schulen zu verlassen. „Die Eltern sind 365 Tage im Jahr mit ihren Kindern zusammen. Sie müssen dafür sorgen, dass sich das verfestigt, was die Kinder hier heute gelernt haben“, sagte Ralf Blobel von der Verkehrsdirektion Kölner Polizei.