27.09.2016
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Ausstellung: Ein echter Klum

Hätte Heidi Klum nicht den „Model ’92“-Wettbewerb gewonnen, wäre sie vielleicht Modedesignerin geworden – oder auch Malerin.

Hätte Heidi Klum nicht den „Model ’92“-Wettbewerb gewonnen, wäre sie vielleicht Modedesignerin geworden – oder auch Malerin.

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dpa

Ossendorf -

Hätte Heidi Klum nicht den „Model ’92“-Wettbewerb gewonnen, wäre sie vielleicht Modedesignerin geworden – oder auch Malerin. In einer Kölner Ausstellung ist jetzt - als Leihgabe eines ehemaligen Freundes - ein Frühwerk von Klum aus dem Jahr 1992 zu sehen. Es zeigt einen Frauenakt mit viel Blau und Rot und einem luftig-leichten Strich, in dem sich die angehende Modedesignerin zu erkennen gibt.

Der Stil ist expressionistisch, ein bisschen schwingt da noch die Südsee-Sehnsucht des „Zigeuner-Malers“ Otto Mueller (1874-1930) mit – bloß raus aus Bergisch Gladbach! – und ganz viel vom damals schon nicht mehr ganz so jungen Wilden Markus Lüpertz. In dessen Malerfürstentum hätte sich die frühe Klum ganz wunderbar als Hofmamsell gemacht.

Über die Identität der Blondine erfährt man übrigens nichts – aber ein Selbstporträt wird es nicht sein. Zumal der schinkenförmige Oberschenkel im Bild Klums heutigen Schlankheitskult auf sympathische Weise widerspricht. Schon damals scheint ihr Gespür für Selbstvermarktung übrigens sehr ausgeprägt gewesen zu sein: So groß, wie das „Heidi“, mit dem sie ihr Gemälde signiert.

Im ehemaligen Flughafengebäude Butzweilerhofzeigt der Künstler Ralf Reichartz vom 2. bis 4. August außer eigenen Werken auch Arbeiten u.a. von Gerhard Richter, Norbert Bisky, Saxa und Elena Goceva. Die meisten stehen zum Verkauf, das 1992 entstandene Bild von Heidi Klum aber nicht. „Das ist eine Leihgabe von einem Ex-Freund“, verrät Reichartz, der unter dem Pseudonym R2 arbeitet und die Ausstellungsreihe „zu Besuch“ zum siebten Mal präsentiert. (mit sk)

„zu Besuch“, Flughafen Butzweilerhof, Butzweilerstr. 35-39; Freitag, 2. August, 18 bis 22 Uhr, 3. August 13 bis 18 Uhr, 4. August 13 bis 22 Uhr