28.07.2016
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Flüchtlingswohnheim Geisselstraße: Polizei geht gegen Demonstranten vor

Laut der Protestler setzte die Polizei auch Schlagstöcke und Reizgas ein.

Laut der Protestler setzte die Polizei auch Schlagstöcke und Reizgas ein.

Foto:

Stinauer

Ehrenfeld -

Mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Hunden ist die Polizei am Sonntagnachmittag in Ehrenfeld gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen die Abschiebepraxis in Deutschland protestieren.

19 Menschen wurden in Gewahrsam genommen und zum Präsidium nach Kalk gebracht. Ein Demonstrant und ein Polizist wurden leicht verletzt. Ermittelt wird wegen Haus- und Landfriedensbruchs sowie wegen Körperverletzung.

Die Aktivisten der „Refugees’ Revolution Bus Tour“ – Flüchtlinge vorwiegend aus Afrika und ihre Unterstützer – sind zurzeit auf Deutschlandreise. Am Sonntag machten sie in Köln Station. Für den Abend hatten sie am Hauptbahnhof eine Kundgebung angemeldet.

Gegen 16 Uhr brachen die Teilnehmer in zwei Kleinbussen zu Übergangswohnheimen in der Stadt auf, um für die Veranstaltung zu werben. Der Sicherheitsdienst des Heims in der Geisselstraße untersagte den etwa 15 Aktivisten allerdings den Einlass, berichtete ein Polizeisprecher. Daran hätten sich die Demonstranten aber nicht gehalten – der Sicherheitsdienst rief die Polizei.

„Als wir die Personalien der Betreffenden feststellen wollten, kam es zu einer Rangelei“, sagte der Polizeisprecher. Die Beamten seien angegriffen worden. Mehr als 20 Streifenwagen rasten nach Ehrenfeld, die Venloer Straße wurde zeitweise gesperrt.
Der Sprecher der Aktivisten, der 30-jährige Mohamed, stellte es umgekehrt dar: „Die Polizei hat uns angegriffen.“

Sein Mitstreiter Ulf Petersen beklagte ein „unsensibles und hartes“ Vorgehen der Beamten. Etwa 100 Sympathisanten der „Bus Tour“ zogen am Abend zum Polizeipräsidium nach Kalk. Sie hielten eine spontane Kundgebung ab und nahmen ihre Mitstreiter in Empfang, die die Wache nach der Feststellung ihrer Personalien verlassen durften.


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