26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Marlon H.: Angeklagter scheint entlastet
06. December 2012
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Marlon H.: Angeklagter scheint entlastet

Mord Ehrenfeld

Die Richte sehen sich bei einer Begehung den Tatort, einen Wohnwagenplatz in Neuehrenfeld, an.

Foto:

Arton Krasniqi

Ehrenfeld -

Im Prozess um den im April des vergangenen Jahres getöteten 15-jährigen Marlon H. wendet sich das Blatt immer mehr zu Gunsten des Angeklagten. Nach Überzeugung der Richter sei es denkbar, dass auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung mit Todesfolge möglich sei, verkündete der Vorsitzende Richter im Gerichtssaal.

Ursprünglich angeklagt war Klaus P. (60) wegen Mordes. Die Kammer hatte dies allerdings verneint und das Verfahren Anfang Dezember mit dem Vorwurf des Totschlags eröffnet. Die Verteidigung geht nach wie vor von einer Notwehrsituation aus und strebt einen Freispruch an. Sie hat einen Ortstermin beantragt, dem alle Beteiligten zugestimmt haben. Die Kammer will sich nun am 20. Februar den Tatort, einen Wohnwagenplatz an der Takustraße in Neuehrenfeld, selbst anschauen, um die in der Beweisaufnahme geschilderten Behauptungen zu überprüfen.

Notwehr mit Klappmesser

Laut Verteidigung haben Angehörige des Opfers einen den Angeklagten belastenden Tatablauf geschildert, den sie aus ihrer damaligen Position heraus gar nicht hätten verfolgen können. Klaus P. hatte am letzten Verhandlungstag sein Schweigen gebrochen und erklärt, er habe sich mit dem Klappmesser lediglich verteidigen wollen, weil Marlon und seine Familie ihn mit einer Axt bedroht hätten. Bei der Auseinandersetzung hatte Marlon einen Stich ins Herz erlitten und war noch am selben Abend in der Klinik an den Folgen der Verletzung gestorben.

Dass er sich von der Familie am Tatabend bedroht gefühlt habe, hatte Klaus P. damals sowohl den Polizisten wie auch den untersuchenden Ärzten in stets identischer Schilderung zu Protokoll gegeben. (HD)


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