24.07.2016
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Moschee-Neubau: Ehrenfelder fordern Bewohnerparken

Die Ditib-Moschee soll bald teilweise eröffnen.

Die Ditib-Moschee soll bald teilweise eröffnen.

Foto:

Rösgen

Ehrenfeld -

Kommt das Bewohnerparken nach Ehrenfeld, wenn die Moschee eröffnet? Außer Frage steht, dass der Parkraum in den umliegenden Straßen knapp wird, wenn die Menschen zum Gebet, zu Veranstaltungen oder zum Einkaufen das neue Gemeindezentrum besuchen. Politiker in der Bezirksvertretung sehen im Bewohnerparken eine Möglichkeit, dem drohenden Parkchaos Einhalt zu gebieten. Eine Untersuchung soll weitere Erkenntnisse liefern. Bis zur offiziellen Eröffnung der Moschee wollen die Politiker aber nicht warten. Weil die Türkisch-Islamische Union Ditib schon bald Teile des Gebetshauses nutzen will, soll die Parksituation im Gebiet zwischen Innerer Kanalstraße, Gürtel, Weinsbergstraße und der Autobahn A 57 bereits jetzt unter die Lupe genommen werden.

Oft gleicht es einem Glücksspiel, in den Straßen von Ehrenfeld einen Parkplatz zu finden. Im Viertel wohnen viele Menschen, es gibt eine rege Kneipenszene und die Venloer Straße ist als Geschäftsstraße ebenfalls ein Anziehungspunkt für Besucher von außerhalb. Die in Bau befindliche Moschee soll einmal einen Gebetssaal für 1200 Gläubige haben, aber auch Versammlungsräume, eine Shoppingmall, ein Kunstmuseum sowie die Verwaltungsbüros der Ditib. Das bringt zusätzlichen Verkehr ins Viertel.

Kampf um Stellplätze

Anlass, sich über die Parksituation in den Straßen um die Moschee Gedanken zu machen, war der Antrag eines entnervten Anwohners der Subbelrather Straße: Er forderte sogar ausdrücklich einen Anwohnerparkausweis. Damit erhofft er sich bessere Chancen beim täglichen Kampf um die Stellplätze im Viertel. "Es ärgert mich ungemein, wenn ich etliche Autos zähle, die nicht aus Köln kommen und unsere Parkplätze wegnehmen und ich 20 Minuten von meinem Parkplatz nach Hause laufen muss", schrieb er empört an den Beschwerdeausschuss. In der Bezirksvertretung Ehrenfeld, wo der Wunsch schließlich landete, fand er durchaus offene Ohren. Das im Stadtteil bislang umstrittene Thema Bewohnerparken, so die offizielle Bezeichnung, beschäftigte das Gremium erst vor wenigen Monaten im September 2012.

Damals wurde in Betracht gezogen, die Autos und die Abstellmöglichkeiten im Viertel zählen zu lassen. Doch wollte die Bezirksvertretung damit abwarten, bis die Moschee an der Inneren Kanalstraße eröffnet ist. Denn es wird erwartet, dass viele Besucher der Moschee mit dem Auto kommen werden und die Parksituation sich dadurch ändert. Und zwar trotz einer eigenen Tiefgarage und der Absicht, bei Veranstaltungen zusätzliche Plätze in der Garage unter dem Barthonia-Forum anzumieten.

Auto-Flut in den Griff bekommen

Weil noch kein Eröffnungstermin für die Moschee in Sicht ist, wird die Untersuchung zur Parksituation in Ehrenfeld früher durchgeführt. "In diesem Jahr wird es wohl keine Eröffnungsfeier mehr geben", sagte Bezirksbürgermeister Josef Wirges unter Berufung auf den Moscheebeirat. Dort habe der Vorstand der türkisch-islamischen Anstalt für Religion Ditib auch angekündigt, noch in diesem Jahr Teile des Gebäudekomplexes zu nutzen. Sobald dies passiert ist, soll sich die Verwaltung daran machen, die Parksituation in den Straßen um die Moschee zu untersuchen. Zusätzlich zur Untersuchung erwartet die Bezirksvertretung auch Vorschläge, wie die Flut von Autos in den Straßen besser in den Griff zu bekommen wäre.

Dem Bürger, der das Thema auf die Tagesordnung brachte, wird indes weiter Geduld abverlangt. Denn ob das Bewohnerparken tatsächlich auch nach Ehrenfeld kommt, ist auch nach der jüngsten Entscheidung noch völlig offen.