28.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Schausteller-Prozess: Marlons Tod soll Unfall gewesen sein

Mord Ehrenfeld

Am Abend hatten sich beide Beteiligten laut Polizei aus bisher ungeklärten Gründen auf einem Platz an der Takustraße gestritten. Die Auseinandersetzung eskalierte, der Ältere zog plötzlich ein Messer und stach auf den 15-Jährigen ein. (Foto: Krasniqi)

Köln -

Im Prozess um einen getöteten Jugendlichen in Ehrenfeld hat der Angeklagte erstmals sein Schweigen gebrochen. „Ich wollte niemanden verletzen“, sagte Klaus P. (60) in dem seit Dezember laufenden Schwurgerichtsprozess vor dem Kölner Landgericht. An jenem Aprilabend des vergangenen Jahres habe er sich von der Familie des Opfers extrem bedroht gefühlt und um sein Leben gefürchtet. „Sie hatten ihn von zwei Seiten umzingelt. Der Vater mit vorgehaltenem Messer, der Großvater kam von der anderen Seite mit einer Axt in der Hand auf meinen Mandanten zu“, schilderte die Verteidigung für den Angeklagten die verhängnisvollen Momente. Zu seiner Verteidigung habe der Angeklagte daraufhin das Messer gezogen und damit abwechselnd „in beide Richtungen gefuchtelt, um die Erwachsenen zu vertreiben“.

Dabei sei plötzlich der 14-jährige Marlon auf ihn gesprungen, sozusagen „in das Messer hinein“. Das Geschehen sei ein „tragischer Unglücksfall“ gewesen. Das Opfer war noch am selben Abend in der Klinik an den Folgen des Messerstichs gestorben. Die Verteidigung spricht von einer Notwehrsituation und strebt einen Freispruch ihres Mandanten an. Am kommenden Dienstag sollen die Schlussvorträge gehört werden. Das Urteil ist für den 8. Februar vorgesehen. (HD)