29.07.2016
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Siedlung Akazienweg: Parkplätze sind wichtiger als Bäume

Einer Buckelpiste gleicht der Akazienweg im Abschnitt zwischen dem Sandweg und dem Grünen Brunnenweg.

Einer Buckelpiste gleicht der Akazienweg im Abschnitt zwischen dem Sandweg und dem Grünen Brunnenweg.

Foto:

Rösgen

Bickendorf -

Der Akazienweg wird im Abschnitt zwischen Venloer Straße und Grüner Brunnenweg nicht umgebaut. Damit ist die Idee vom Tisch, dort eine Mittelallee anzulegen, um die Straße optisch aufzuwerten und mit Hilfe der Baumpflanzungen dort auch langfristig die klimatischen Verhältnisse zu verbessern. Die Vorlage der Stadtverwaltung wurde jetzt von der Bezirksvertretung Ehrenfeld abgelehnt.

Einzig die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stimmte der Vorlage zu. Vorsitzende Christiane Martin stellte dabei fest: „Wir Grünen sind offenbar die einzigen, die etwas tun für mehr Bäume, für Fußgänger und für Radfahrer.“ Für die SPD-Fraktion, die sonst bei den meisten Entscheidungen in der Bezirksvertretung mit den Grünen einer Meinung ist, bescheinigte Vorsitzender Hans-Peter Juretzki zwar dem Entwurf zur Umgestaltung, dass er „faszinierend“ sei. Doch sei es den Bürgern, die dort wohnen, nicht zu vermitteln, dass viele Parkplätze wegfallen würden.

350 000 Euro einsparen

Die Planungen der Stadt sahen vor, in der Straße eine Mittelallee mit 23 Schrägparkplätzen anzulegen. Zugleich hätte man die heutigen 42 Längsparkplätze an den beiden Fahrbahnrändern aufgehoben. Den Verlust von 19 Stellplätzen sah die Verwaltung als vertretbar an.

Beifall für die SPD-Argumentation gab es von der CDU. Angesichts der momentanen Sparzwänge biete es sich geradezu an, dass die vorgesehene Ausgabe von rund 350 000 Euro eingespart werde, indem man auf den Ausbau verzichte, sagte Fraktionsvorsitzende Jutta Kaiser. Ähnlich argumentierte FDP-Vertreterin Marlis Pöttgen.

Plätze neu gestaltet

Das Vorhaben zur Umgestaltung stand im Zusammenhang mit den großflächigen Sanierungen, die die Wohnungsbaugesellschaft GAG in der Siedlung rund um den Akazienweg betreibt. Die rund 100 Jahre alten Wohnanlagen wurden seit 2009 schrittweise umgebaut. In wenigen Wochen soll das Sanierungsprojekt abgeschlossen sein.

Zugleich vereinbarte die Stadtverwaltung mit dem Unternehmen, dass auch Straßen und Plätze in der Siedlung neu gestaltet werden. So erhielt zum Beispiel der Spielplatz am Rosenhof eine neue Gestaltung, die sich am historischen Vorbild orientierte. Die gemauerte Einfriedung des etwas über dem Straßenniveau liegenden Platzes wurde saniert. Ein Treppenaufgang wurde vor kurzem mit zwei Stein-Skulpturen versehen. Die von der GAG gestifteten Kunstwerke des BildhauersJörg Barner tragen den Titel „Adam und Eva 2010“.