23.07.2016
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Stadtplanung: Ein Wettbewerb für das Heliosgelände?

Das Heliosgelände wird neu bebaut. Ob das Szene- und Veranstaltungslokal Underground dort noch eine Zukunft hat, ist ungewiss.

Das Heliosgelände wird neu bebaut. Ob das Szene- und Veranstaltungslokal Underground dort noch eine Zukunft hat, ist ungewiss.

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Roesgen

Ehrenfeld -

Entscheidet ein Wettbewerb, wie das Heliosgelände bebaut wird? Oder sollen die Planer eine schon vorliegende Studie für das ehemalige Fabrikgrundstück verwenden? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Montag, 13. Mai, die Ehrenfelder Bezirksvertretung. Erstere Variante wäre weit teurer und langwieriger, verspricht nach Einschätzung der Verwaltung aber höhere Qualität. Die Sitzung findet im Bezirksrathaus, Venloer Straße 4219-421, statt. Die Politiker haben jedoch nur ein Anhörungsrecht. Am 13. Juni entscheidet der Ausschuss für Stadtentwicklung.

Das Baudezernat spricht sich in seiner Beschlussvorlage eindeutig dafür aus, ein Gutachterverfahren für einen Wettbewerb vorzubereiten. Das würde etwa 100 000 Euro kosten und sich über mehrere Monate hinziehen. Zunächst müsste auch geklärt werden, wer die Kosten bezahlt. Daher könne nicht garantiert werden, dass dieses Verfahren im Jahr 2013 abgeschlossen wird.

Den Wettbewerb zieht die Verwaltung dennoch vor, weil er eine größere Vielfalt an möglichen Lösungen erwarten lässt. Insbesondere mit Blick auf das Vorhaben der Inklusiven Universitätsschule hält sie es für gerechtfertigt, mehr Zeit und höhere Kosten aufzuwenden.

Gezielt will die Verwaltung – sollte sie dazu den Auftrag erhalten – Planungsbüros ansprechen, die schon Erfahrungen im modernen pädagogischen Schulbau vorweisen können. Vertreter der Universität zu Köln, wo das Konzept für die Inklusive Schule ausgearbeitet wurde, sollen das Verfahren begleiten. Ausdrücklich betont wird der Wunsch nach intensiver Beteiligung der Ehrenfelder Bürgerschaft bei diesem Gutachterverfahren.

Die Vorgaben für dieses Verfahren sind im Leitbild für das Gelände zusammengefasst, das die Bürger im Helios-Forum formuliert haben. Die Verwaltung hat es inzwischen ausgewertet. Zwar bewertet sie nur wenige der in diesem Leitbild-Kodex aufgeführten Forderungen als „städtebaulich nicht relevant“. Darunter ist aber die Forderung von Bürgern nach einer Bestandsgarantie für das Szenelokal Underground an der Vogelsanger Straße. „Ob das Underground dort bleibt, entscheidet der Eigentümer bei Ablauf des Mietvertrags“, heißt es bei der Verwaltung.

In gleicher Weise äußert sich die Verwaltung zur Forderung, den Lebensmittelhandel Parma Delikatessen zu erhalten. Ob die Bezirkspolitiker sich diesen Bewertungen anschließen werden, bleibt abzuwarten.
Vor allem aber ist ihre Meinung zu einem Wettbewerb und zur Alternative gefragt. Bei der könnte man einen schon vorhandenen Entwurf berücksichtigen und ihn zu einem Planungskonzept weiterentwickeln. Es ist eine Studie des Architekturbüros Astoc, die von der Eigentümerin des Helios-Areals, der Projektentwicklungsgesellschaft Ehrenfeldgürtel in Auftrag gegeben wurde. Das Unternehmen wollte auf diese Weise veranschaulichen, was an Grundstücken verbleibt, wenn ein Schulgebäude in der benötigten Dimension realisiert würde.

Als „grundsätzlich positiv“ beurteilt das Baudezernat den Astoc-Vorschlag. Er erfülle sogar in wesentlichen Punkten die Vorgaben, die beim „Helios-Forum“ von den Bürgern formuliert wurden. Diese wollten Gebäude für Bildung und Kultur, Wohnungen sowie öffentliche Plätze und Wege mit möglichst viel Grün haben.

Der von den Bürgern geforderte zentrale Platz würde geschaffen, indem der Schulhof und die Sportplätze außerhalb der Unterrichtszeiten der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollen.

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Sollten sich die Bezirksvertretung und der Stadtentwicklungsausschuss dafür aussprechen, diese Studie weiterzuentwickeln, wären ebenfalls die Bürger beteiligt. Die Verwaltung regt an, dass dazu die Teilnehmer des Heliosforums erneut zu einer eintägigen Beratung zusammen kommen könnten. Die Beteiligung der Bürger wäre noch vor der Sommerpause möglich. Hier würden nur rund 14 000 Euro an Kosten anfallen.

Fest steht bereits, dass die Stadt Teile des 20 Hektar großen Areals ankaufen will, um darauf die Inklusive Universitätsschule zu verwirklichen. Dafür werden 11 500 Quadratmeter benötigt. Wo genau das Schulgelände ausgewiesen wird, steht noch nicht fest. Die städtische Gebäudewirtschaft hatte mit dem Eigentümer des Areals über die Konditionen verhandelt, zu denen der Ankauf möglich wäre. „Wir haben uns auf einen Vertragstext geeinigt. Aus unserer Sicht ist der Ankauf eines Grundstücks jetzt entscheidungsreif“, sagte Engelbert Rummel, Chef der Gebäudewirtschaft.