27.09.2016
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Weinsbergstraße: Warum ist die Brücke noch da?

Nur noch ein Torso ist die Brücke über der Weinsbergstraße nachdem auf beiden Seiten die Brüstungen abgetragen wurden.

Nur noch ein Torso ist die Brücke über der Weinsbergstraße nachdem auf beiden Seiten die Brüstungen abgetragen wurden.

Foto:

Roesgen

Ehrenfeld -

Warum ist die Brücke an der Weinsbergstraße überhaupt noch da? So baufällig wie sie ist, gehörte sie schon lange abgebrochen. Und damit könnte an ihrer Stelle eine neue Brücke stehen. War nicht schon vor zehn Jahren die Rede von einer Fuß- und Radwegverbindung. Eine attraktive Verbindung aus dem neuen Wohngebiet zwischen Melatengürtel und Oskar-Jäger-Straße zum Bezirkszentrum Ehrenfeld. Richtig ernst war es offenbar niemandem mit dieser Idee. Passiert ist nämlich in dieser Hinsicht wenig. Für viele Millionen Euro sind auf beiden Seiten der Weinsbergstraße neue Wohnsiedlungen entstanden. An der Kohlen-, Öl- und der Eisenstraße wie auch jetzt gerade am Grünen Weg. Das betagte Bauwerk bröckelte währenddessen vor sich hin.

Es hat den Anschein, dass zu viele Menschen die Bedeutung der Brücke – ob saniert oder neu errichtet – nicht richtig einschätzen. Sie wäre weit mehr als ein nettes Relikt aus früheren Zeiten, auf dem statt Güterzügen hin und wieder mal ein paar Radler unterwegs sind. Langsam sollte klar sein, dass sie eine echte Funktion für den Verkehr hätte – für Fußgänger und Radfahrer wohlgemerkt. Es wäre eine Strecke parallel zum Gürtel. Dort ist viel Verkehr, aber die Radwege sind dort eher schmal.

Angesichts der steigenden Zahl von Radfahrern – gerade in Ehrenfeld verwundert es schon, dass es für diese sichere und praktische Verbindung noch nicht einmal konkrete Pläne gibt. Denkbar ist sogar, dass diese Fahrradstrecke bis zum Heliosgelände reicht. Was immer dort entsteht – ein Radweg dorthin kann nur nützlich sein. Vom Heliosgelände wäre es nicht weit bis zur Venloer Straße. Dann hätten auch die Bürger aus dem Veedel am Melatengürtel endlich Anschluss an das Bezirkszentrum. Und die Geschäftsleute würden Kundschaft von dort sicher mit offenen Armen empfangen.

fm.heribert.roesgen@mds.de