26.09.2016
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Eucharistischer Kongress: Bischof Weber setzt auf den Dialog

Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber setzt auf Beharrlichkeit und Dialogbereitschaft bei der Überwindung der Kirchenspaltung. (Symbolbild)

Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber setzt auf Beharrlichkeit und Dialogbereitschaft bei der Überwindung der Kirchenspaltung. (Symbolbild)

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dpa

Köln -

Können ausgerechnet von einem Eucharistischen Kongress, der stark geprägt ist von traditionellen katholischen Frömmigkeitsformen und liturgischen Ritualen, Impulse für die Ökumene ausgehen? Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber – „Catholica-Beauftragter“ der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) – hatte diese optimistische Erwartung im Vorfeld des Kölner Christentreffens geäußert.

Weber gehört nicht zu den Ungeduldigen im Protestantismus, die bei der Überwindung der Kirchenspaltung auf Tempo drängen. Seine Devise: Nur Beharrlichkeit und Dialogbereitschaft führten irgendwann zur Einheit. Bei einem Podiumsgespräch im Rahmen des Eucharistischen Kongresses blieb Weber seiner Grundhaltung treu. Er wisse aus leidvoller Erfahrung, wie lange die Protestanten gebraucht hätten, um sich einander anzunähern. „Wir haben innerevangelisch 400 Jahre gebraucht, um unsere Differenzen zu überwinden“, sagte der Landesbischof in Anspielung auf die so- genannte Leuenberger Konkordie. Erst 1973 einigten sich Lutheraner und Reformierte in diesem Dokument auf die Herstellung der vollen „Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft“. Teile dieser Vereinbarung könnten auch als Vorbild für Übereinkünfte im katholisch-evangelischen Annäherungsprozess dienen, meinte der Hildesheimer Weihbischof Nikolaus Schwertfeger.

Ermunterung zu intensiven Gesprächen

Bei einer Ökumenischen Vesper im Dom, an der auch der orthodoxe Metropolit Augoustinos und Vertreter anderer christlicher Kirchen teilnahmen, ermunterte Erzbischof Robert Zollisch als Vorsitzender der Bischofskonferenz zu intensiveren ökumenischen Glaubensgesprächen. Das Gebet sei das wichtigste gemeinsame „Navigationssystem“ der Christen. Die heikle Problematik der „Interkommunion“ sparte er aus. Es blieb Landesbischof Weber vorbehalten, in einer Fürbitte für alle zu beten, „die sich nach dem gemeinsamen Herrenmahl sehnen“.

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