29.06.2016
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Experten-Empfehlungen: Die Kölner Stadtmusikanten

Meister der ganz leisen Töne und wunderbar komischer Geschichten: Knubbelefutz un Schmalbedaachbilder:

Meister der ganz leisen Töne und wunderbar komischer Geschichten: Knubbelefutz un Schmalbedaachbilder:

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Stefan Worring

Köln -

Die besten Heimatmusikanten der Stadt sind Gerd Köster und Tommy Engel. Da sind sich die Experten einig, die der „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Rahmen seines Wochenthemas gefragt hat. Köster schreibt die besten Texte; Engel bleibt der beste Interpret. Anders als Köster, der immer auch ein bisschen polarisieren will, versammelt Engel alle Schichten und Generationen – ein Volksmusikant im besten Sinne. Beide eint, tief im kölschen Milieu und in der Sprache verwurzelt zu sein.

Wenn man die Empfehlungslisten der Experten sieht, muss den Freunden des kölschen Liedguts nicht bange werden. Von den etablierten Sängern Ludwig Sebus und Wicky Junggeburth bis zu den Nachwuchshoffnungen Kasalla als Senkrechtstarter der letzten Session oder dem Trio Aap futü als Vertreter der originellen, leisen Töne reicht das Angebot. Gefragt wurde nach Interpreten, deren Repertoire auch ohne den Karneval funktioniert, die die lange Kölner Liedertradition pflegen und an sie anknüpfen. Ausdrücklich ausgeklammert waren die bekannten Bands, die die Programme der großen Karnevalssitzungen prägen. Bläck Fööss und Co befinden sich also außer Konkurrenz.

So wurden neben Köster und Engel die Sänger Thomas Cüpper, Philipp Oebel, Rolly Brings, Björn Heuser und Stefan Knittler, das Duo Fuhrmann und Kulik sowie die Band De Familich mindestens dreimal genannt. „Ihnen gelingt echte Brauchtumspflege, weil sie authentisch mit der kölschen Sprache umgehen“, sagt Georg Hinz. Dabei geht es nach Ansicht von Harald van Bonn immer auch darum zu zeigen, dass Karneval und kölsche Liedkultur „nichts mit dem Ballermann am Hut haben müssen“.

Die meisten der Nischen, in denen die Künstler singen und spielen, sind so klein, dass sie ohne den Karneval nur schwer Geld damit verdienen können. Eine Ausnahme ist das offensichtlich uferlos wachsende Angebot an kölschen Veranstaltungen zu Weihnachten. Hansgeorg Fuhrmann und Roland Kulik werden zusammen mit ihren Mitstreitern in diesem Jahr über 40 mal große Säle füllen. An Weihnachten scheint sich das, was die volkstümliche kölsche Liedkultur ausmacht, besonders gut verbinden zu lassen: Sentimentales, Wehmut, Heimweh und der Spaß an Alltagsgeschichten aus dem Milieu. Mit Herz, Seele und guten Ideen im Weihnachtsgeschäft sind auch Stefan Knittler und „Klimpermännchen“ Thomas Cüpper unterwegs. Cüpper hat gerade zusammen mit der Jungen Philharmonie Köln eine neue CD mit Interpretationen der Lieder von Willi Ostermann eingespielt.

Zweimal genannt wird die Hennefer Band Antweiler, Graf und Co. Sie greife „unberührt vom großen kommerziellen Geschäft“ aktuelle Themen auf und verbinde Krätzchen und Rock, so Karl Becker. Gute Texte, mit denen nicht immer nur die Stadt bejubelt wird, sind auch für Christa Bhatt entscheidend. Nicht nur ihrer Ansicht nach sind dafür Renate Heymans und Dieter Schmitz alias Knubbelefutz und Schmalbedaach ein Musterbeispiel. Auch die Texte von Rolly Brings haben etwas, das andere nicht haben. „Er kratzt am Mythos der immer weltoffenen und liberalen Stadt“, sagt Bhatt. Lob gibt’s zudem für F.M. Willizil, der seit seinem Ausstieg bei den Höhnern in vielen Formationen und Projekten gearbeitet hat.


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