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Fest in Gold: Vom Rhein zum Amazonas

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Azubi Franziska Weber und Meisterin Kathrin Alius aus Rodenkirchen. Foto: Stefan Worring
Bei der Rodenkirchener Goldschiederin Kathrin Alius gehört Brauchtumspflege zum Ausbildungsvertrag. Für die Auszubildenden heißt das oft Überstunden reißen - aber auch die Freude am hochkarätigen Ergebnis. Franziska Weber gewann mit ihrem Karnevalsorden beim Wettbewerb Fest in Gold.
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Franziska Weber ist auch zum Ende des Marathons hochkonzentriert. Mit einer Spezialzange zieht sie vorsichtig die kleinen Muttern an. Dann ist es geschafft: Nach 240 Stunden zeichnen, löten, sägen, malen, biegen, härten, schleifen, feilen und polieren ist er endlich fertig, ihr selbst entworfener, handgefertigter Karnevalsorden aus Silber, Messing und Kupfer, mit dem sie beim Wettbewerb Fest in Gold den 2. Platz belegt. 240 Stunden, in denen die 18-jährige Auszubildende im zweiten Lehrjahr nicht nur viel gelernt, sondern auch jede Menge freiwillige Extrastunden abgeleistet hat. Nur zum Vergleich: Die Gesellenarbeit eines Goldschmiedes wird auf 32, ein Meisterstück auf 112 Stunden taxiert.

„Fastelovend em Blot – he un am Zuckerhot“

Angefangen hatte alles rund sechs Wochen zuvor. Nach ausführlichen Gesprächen und viel Nachdenken entstand die Idee: Angelehnt an das Motto „Fastelovend em Blot – he un am Zuckerhot“ fährt der Kölner Dom mit einem Schiff der KD über Rhein und Amazonas zum Zuckerhut, mit Pittermännchen, Flönz und dem kölschen Grundgesetz als Gastgeschenken. Franziska Weber macht erste Skizzen, sammelt Bildmaterial, baut ein erstes Papiermodell, das die Chefin für machbar hält. Dann werden Schiffswände aus Neusilber gebogen und Deckweise doppelwandig verlötet. Ein Rahmen aus Messing wird geschnitten und mit Ösen versehen. Der Dom aus Kupfer wird mit Pariser Oxyd geschwärzt, um der Originalfarbe nahe zu kommen.

Franziska bemalt die Zuckerhüte aus Neusilber mit Colorit und härtet dieses mit UV – eine Technik, die mancher vom Zahnarzt kennt. Ein Baströckchen aus Kupferstreifen fädelt sie auf Gummi auf. Für das Pittermännchen staucht die Brühlerin einen Messingzylinder und verziert ihn mit Silberspangen. Ein Papagei und der Geißbock werden nach Internet-Vorlagen gesägt und koloriert, ein Miniaturausdruck des Kölschen Grundgesetzes in eine Glasflasche gefriemelt. Dann wird alles montiert, und Franziska ist im Ziel.

Seniorchef Alius ist mit Platz zwei zufrieden, obwohl: „Hätten wir das Schiff statt KD Wappen von Köln genannt. . .“ (stef)

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