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Fotoausstellung: Bruch des Schubladendenkens

Isabell Ashoff (l.) und Sandra Helbig, die ebenfalls ein duales Studium Maschinenbau absolviert. Foto: Christoph Hennes
Die IHK hat bei einer Vernissage die Fotoausstellung „Abenteuer Ausbildung 2013. Typisch? Untypisch!“ eröffnet. Mit der Ausstellung sollen gesellschaftliche Schubladen und Ausbildungsbarrieren aufgebrochen werden.  Von
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Köln. 

Auf einem Foto ist eine junge Frau zu sehen. Sie trägt einen Arbeiteranzug von Siemens, eine Schutzbrille und einen Helm und arbeitet an der Fertigung eines ICE. Ein anderes Foto zeigt einen jungen Mann, der fleißig an einem Korb flechtet.

Diese und weitere 23 Bilder des Fotografen-Duos Christian Ahrens und Silvia Kröger-Steinbach sind unter dem Motto: „Abenteuer Ausbildung 2013. Typisch? Untypisch! – Junge Frauen und Männer finden ihren Ausbildungsberuf“ im Gebäude der IHK Köln zu sehen.

Fokus der Ausstellung ist es, das Schubladendenken, dass es typische Frauen- und typische Männerberufe gibt, zu beseitigen. Zudem soll die Ausstellung junge Menschen auf ihrem Weg der Berufsorientierung, abseits von Geschlechterklischees, stärken.

Als Frau in der Männerdomäne

Am Freitag fand die Vernissage zur Foto-Ausstellung im Börsen-Foyer der IHK Köln statt. IHK-Vizepräsidentin Nicole Grünewald, die selbst als Frau in Leitungsfunktion in einer Männerdomäne eine Ausnahme ist, hielt die Eröffnungsrede. „Bilder sagen einfach mehr aus als jede Broschüre“, so Grünewald.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich die einzige Frau in meinem Jahrgang bin, aber das stört mich nicht und macht mir sehr viel Spaß“, sagt Isabell Ashoff, die zurzeit im Rahmen ihres dualen Studiums Maschinenbau eine Ausbildung zur Industriemechanikerin bei der Siemens AG in Krefeld absolviert. Stolz schildert die 20-Jährige, dass sie auf dem Foto an einem ICE der neuesten Generation montieren durfte.

Bereits das dritte Mal fotografieren Ahrens und Kröger-Steinbach unter dem Motto „Abenteuer Ausbildung“ junge Menschen aus der Region an ihren Ausbildungsplätzen. Tatsächlich stammt die Idee des Mottos nicht von den Fotografen, sondern von Gregor Berghausen, Geschäftsführer der IHK Köln für Aus- und Weiterbildung.

Fotograf Christian Ahrens wünscht sich vor allem, dass durch diese Ausstellung das Klischeedenken abgebaut wird. „Der Berufswunsch dieser jungen Menschen sollte nichts Außergewöhnliches mehr sein, sondern Alltag und einfach nur schön.“

Positive Veränderungen

Auch die 21-jährige Nadja Boschinsky, von der ebenfalls einige Bilder in der Ausstellung zu sehen sind, ist stolz auf sich: „Ich bin die einzige Großgeräteführerin in der Region.“ Sie habe nicht nur auf dem Bau bei ihren Kollegen großes Ansehen, sondern vor allem beim RWE-Power-AG-Unternehmen.

In der Schule habe sie das Fach Technik gehabt und dabei ihr Interesse für technische Berufe entdeckt, erzählt die junge Frau mit den langen blonden Haaren. „Ich fühle mich auf dem Bau nie ausgeschlossen, auch bei den Männerthemen quatsche ich einfach mit.“

Der Ausbildungsleiter der Ford-Werke, Volker Theissen, sieht besonders im sozialen Arbeitsumfeld eine enorm positive Veränderung durch weibliche Mitarbeiter. „Die Mädchen haben oft mehr Disziplin und reißen die Jungs mit. Außerdem benehmen sich die jungen Männer sittlicher, wenn Frauen anwesend sind“, sagt Theissen, der mit Elif Günes, die gerade zur Industriemechanikerin ausgebildet wird, an der Vernissage teilnahm.

„Eigentlich ist es sogar ganz gut, wenn weniger Frauen da sind. Sonst entsteht meist Zickenkrieg“, beschreibt Elif Günes, die ihre vorherige Ausbildung als Büroangestellte abgebrochen hat, ihren Eindruck der Lage. Günes hätte sich gewünscht, dass an ihrer Schule aktuelle Auszubildende ihre Berufe vorgestellt hätten – dann hätte sie sich vielleicht schon früher für den richtigen Beruf entschieden.

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