Köln
Nachrichten aus Köln und den Stadtteilen

Vorlesen
1 Kommentare

Friedhof Melaten: Streit über die alte Trauerhalle

Erstellt
Die alte Trauerhalle auf dem Friedhof Melaten Foto: Martina Goyert
Ein Projekt, das der verstorbene Oberbürgermeister Norbert Burger noch am Herzen gelegen hatte, wird nun zum Streitpunkt. Eine Initiative für die Sanierung des Friedhofs Melaten kritisiert die Untätigkeit der Stadt.  Von
Drucken per Mail
Innenstadt

Vor gut einem Jahr starb der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Norbert Burger. In der Todesanzeige riefen die Angehörigen damals zu Spenden für ein Projekt auf, das dem Verstorbenen am Herzen lag: die Sanierung und neue Nutzung der alten Trauerhalle auf dem Friedhof Melaten. Rund 17 000 Euro kamen damals zusammen – das Geld liegt seitdem unangetastet auf einem Konto. „Bei der Stadt geht man nicht effektiv an dieses Projekt heran“, kritisiert Josef Terfrüchte, Geschäftsführer der Friedhofsgärtner-Genossenschaft, im Namen des Friedhofsbeirates. „Es gibt keinen Plan, wie man mit dem Gebäude umgehen will.“ Und auch Johannes Ralf Beines, stellvertretender Vorsitzender der Friedrich Carl Heimann Gesellschaft zur Förderung historischer Denkmäler, würde sich wünschen, dass endlich Bewegung in die Sache kommt.

Die Idee der Initiatoren, die von Burger unterstützt wurde: In dem Gebäude, das bis 1957 als Trauerhalle genutzt wurde und wo derzeit eine kleine Ausstellung zu sehen ist, könnte eine Begegnungsstätte eingerichtet werden, ein Treffpunkt für Trauernde, ein Kommunikationsort, vielleicht mit kleineren Veranstaltungen und einem Kaffeeausschank. Der Friedhof als Lebensraum – diese Idee treibt Terfrüchte schon seit Jahren um.

Die Stadt sperrt sich nach den Worten von Manfred Kaune, Leiter des Grünflächenamtes, gar nicht grundsätzlich gegen solche Überlegungen. Die Idee eines kommerziellen Cafés sei nach verwaltungsinterner Prüfung zwar aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt worden, eine Begegnungsstätte dagegen sei grundsätzlich denkbar – „wenn jemand eine zündende Idee hat, wie so etwas wirtschaftlich darzustellen ist“, sagt Amtsleiter Kaune. Diese Idee gebe es allerdings bislang nicht.
Nach ersten groben Schätzungen der städtischen Gebäudewirtschaft – sie ist Eigentümerin der Trauerhalle – würde eine Sanierung laut Kaune mindestens 200000 Euro verschlingen. Dieses Geld müsste irgendwo herkommen. Und das Grünflächenamt müsste laut Kaune anschließend eine vermutlich nicht unerhebliche Miete zahlen. Auch die müsste finanziert werden, und zwar nicht aus den Friedhofsgebühren.

Terfrüchte und Beines wollen diese Einwände nicht gelten lassen. „Die Kosten sind ein vorgeschobenes Argument“, sagt der Genossenschafts-Geschäftsführer. Man könnte, so ihr Vorschlag, zum Beispiel mit Handwerksbetrieben verhandeln, ob Auszubildende in den verschiedenen Gewerken nicht die Dachsanierung oder andere Arbeiten aus ihrem Bereich übernehmen.

„Man müsste für das Projekt verschiedene Partner mit ins Boot holen“, sagt Beines. Partner, die dann auch gemeinsam die Begegnungsstätte betreiben. Zudem sollte mit potenziellen Sponsoren verhandelt werden. Und Terfrüchte fügt hinzu: „Man kann auch fragen, ob die Stadtgesellschaft nicht bereit wäre, Geld in ein solches Projekt zu investieren.“

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Blicke in die Zukunft Kölns
Serie
Visionen für Köln

Mit der Serie „Köln 2020“ wagt der „Kölner Stadt-Anzeiger“ einen Blick in die Zukunft der Stadt.

Videos
Unsere Sonderveröffentlichungen
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!