24.08.2016
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Haus am See: Messerstecher räumen Tat ein

Überfall

Der Gastwirt des „Haus am See“ am Decksteiner Weiher wurde von Einbrechern niedergestochen.

Foto:

Arton Krasniqi

Lindenthal -

Oliver M. und Timo O. (Namen geändert) hatten mal wieder kein Geld, als sie am 3. Juni 2012 beschlossen, in das Restaurant „Haus am See“ am Decksteiner Weiher einzubrechen. Sie wurden vom Inhaber und dessen Lebensgefährtin überrascht – der 19-jährige Oliver M. soll den 54-Jährigen mit einem Messer in den Arm und mehrfach in die Brust gestochen haben. Der Wirt hatte eine 47 Zentimeter lange Wunde, die mit 36 Stichen genäht werden musste.

Oliver M. muss sich nun wegen versuchten Mordes vor dem Kölner Landgericht verantworten, der 18-jährige Timo O. ist wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten schweren Diebstahls angeklagt. Beide sind schmächtige Jungs, Timo O. spricht so leise, dass er kaum zu verstehen ist. Beide räumen die Tat ein. „Ich bin unendlich traurig darüber, was dem Wirt passiert ist“, sagt Timo O. „Wir wollten niemanden verletzten, es tut mir von Herzen leid.“

#galler

Er hatte in der Tatnacht zwei Messer dabei, Oliver O. ein weiteres. „Nur, weil wir die Türen damit aufbrechen und die Leitungen der Alarmanlage kappen wollten.“ Auf die Fragen der Vorsitzenden Richterin, die um den Ablauf der Tat kreisen, antwortet er nur zögerlich, beruft sich auf Erinnerungslücken, ein schlechtes Gedächtnis. Sein ehemaliger Kumpel Oliver O. hat ihn offenbar per Brief aus dem Gefängnis bedroht, ihn zum Schweigen verpflichtet. Oliver M. wirkt wesentlich jünger als 19. Er ist klein, blass, seine blonden Haare sind hoch gegelt.

Er muss sich nicht nur wegen versuchten Mordes, sondern wegen etlicher anderer Taten verantworten, ist immer wieder ausgerastet, hat seinen Vater geschlagen, seine Freundin mit einem Baseballschläger attackiert. Er wird sich am heutigen Mittwoch zu der Tat im „Haus am See“ äußern.