Die Firma IBM spricht von „verblüffend präzisen Ergebnissen“. In einem Pilotprojekt hat das IT-Unternehmen versucht, für die Rheinuferstraße anhand der von der Stadt zur Verfügung gestellten Daten möglichst exakte und kurzfristige Verkehrsprognosen zu entwickeln.
Das Ergebnis laut IBM: Das Verkehrsaufkommen konnte mit 30 Minuten Vorlauf mit einer Genauigkeit von 87 Prozent vorhergesagt werden, bei der Geschwindigkeit der Fahrzeuge lagen die Prognosen sogar zu 94 Prozent richtig. Verkehrsexperten von IBM Deutschland und dem IBM Watson Research Center hatten für das Projekt die städtischen Messdaten über sechs Wochen mit einer speziellen Software (Travel Prediction Tool) ausgewertet.
Keine Investition möglich
„Die Ergebnisse sehen recht vernünftig aus“, sagt Hartmut Sorich, Leiter des städtischen Verkehrsmanagements. Allerdings könnten sie aus verschiedenen Gründen nicht genutzt werden. Um beispielsweise die Ampel-steuerungen je nach Prognose kurzfristig dem Verkehrsaufkommen anzupassen, „fehlen uns die technischen Voraussetzungen“, so Sorich. Andererseits sei schwer vorhersehbar, wie Autofahrer, die übers Radio oder andere Medien über die zu erwartenden Staus informiert würden, reagierten, ob dadurch nicht andere Probleme entstünden. Darüber hinaus lasse die aktuelle Haushaltslage größere Investitionen in solche Programme ohnehin nicht zu.
Die Stadt setze zur Verbesserung des Verkehrsflusses vielmehr auf den neuen Verkehrsrechner, für den derzeit ein Leistungsverzeichnis erstellt werde und der, wenn er denn da sei, alle alten Rechner weitgehend integrieren könne. Mit Hilfe eines Programms zum Qualitätsmanagement soll laut Sorich dann regelmäßig überprüft werden, ob die Ampelschaltungen auf wichtigen Straßen noch dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen entsprechen oder angepasst werden müssen.
Der neue Verkehrsrechner kostet laut Sorich rund 1,7 Millionen Euro und könnte im Herbst dieses Jahres einsatzbereit sein.



