26.06.2016
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Protokoll der Demo „Hooligans gegen Salafisten“ in Köln: Wie die Hooligan-Demo 2014 komplett aus dem Ruder lief

Szenen der Straßenschlacht auf dem Breslauer Platz.

Szenen der Straßenschlacht auf dem Breslauer Platz.

Foto:

REUTERS

Innenstadt -

Rund 1500 Demonstranten waren am Sonntagnachmittag zur Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ auf dem Breslauer Platz in Köln erwartet worden - es wurden mehrere tausend. Die Situation eskalierte, als die Demonstranten durch die Innenstadt zum Rheinufer zogen. Es flogen Flaschen und Bengalos, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Am Abend kam es auf dem Breslauer Platz zur Straßenschlacht mit der Polizei. 44 Polizisten wurden verletzt, sechs Personen festgenommen. Der Ticker vom Demo-Tag zum Nachlesen.

Polizei Köln zur "Hooligan-Demo"
Köln, 26.10.14: Polizeisprecher Christoph Gilles erzählt wie die Kölner Polizei sich auf die Demo vorbereitet hat.

+++ 20:01 Uhr: Zugreisende berichtet von gespenstischen Szenen +++

Mit der Abreise der Hooligans scheint die Lage längst noch nicht beruhigt. Eine Reisende in einem Regionalexpress von Köln nach Münster berichtete dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass die Rechtsextremen in dem Zug Ausländer beschimpfen und bedrohen. Das Zugpersonal habe zunächst nicht gehandelt. Inzwischen wurde der Zug nach Angaben der Reisenden gestoppt, die Bundespolizei sei zugestiegen. Zuvor hätten sich gespenstische Szenen abgespielt: „Die Situation droht zu kippen. Und wenn das passiert, hat es keiner im Griff." Die Hooligans würden die ganze Zeit Handyvideos schauen, wie sie „die Polizei besiegt haben“, berichtet die Reisende geschockt.

+++ 19:02 Uhr: 44 Polizisten verletzt, Demonstranten reisen ab +++

Die Polizei zieht eine erste Bilanz: Sechs Festnahmen, 45 Verletzte, 44 von ihnen sind Polizisten. „Im Moment beruhigt sich die Lage, wir sorgen dafür, dass die Teilnehmer abreisen“, sagt ein Polizeisprecher dem Kölner Stadt-Anzeiger.

+++ 18:27 Uhr: Straßenschlacht auf dem Breslauer Platz +++

Unfassbare Szenen vor dem Kölner Hauptbahnhof. Die aggressiven, stark betrunkenen Demonstranten gehen weiter auf die Polizisten los. Auf dem Breslauer Platz sind die Wasserwerfer im Einsatz.

+++ 18:02 Uhr: Beeinträchtigungen auf Bus- und Bahnverkehr +++

Wegen der anhaltenden Randale vor dem Hauptbahnhof kommt es vereinzelt zu Behinderungen im Bahnverkehr. Die KVB-Buslinien 132 und 133 fahren die Haltestelle Breslauer Platz/Hbf nicht an, die Linie 140 kann nicht am Ebertplatz halten.

+++ 17:48 Uhr: Es fliegen Fahrräder +++

Die Lage auf dem Breslauer Platz ist weiter angespannt, die Demonstranten von der Polizei eingekesselt. immer wieder fliegen Flaschen, Bengalos, sogar Fahrräder in Richtung der Beamten. Die Wasserwerfer kommen wieder zum Einsatz.

Hooligans demonstrieren auf Breslauer Platz
Köln, 26.10.14: Tausende Hooligans demonstrieren auf dem Breslauer Platz. Kravalle sind vorprogrammiert.

+++ 16:47 Uhr: Demonstranten werfen Polizeitransporter um +++

Auf dem Breslauer Platz gerät die Situation wieder außer Kontrolle: Demonstranten haben einen Polizeitransporter umgeworfen, werfen mit Flaschen und Steinen auf Polizisten. „Wir haben jetzt im Moment Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer im Einsatz und versuchen, die Lage etwas unter Kontrolle zu kriegen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte haben die Veranstaltung abgebrochen.

+++ 16:43 Uhr: Hooligans wollen zurück zum Hauptbahnhof +++

Der Demonstrationszug ist das Rheinufer entlang gezogen. Einige Hooligans wollten offenbar zurück zum Hauptbahnhof strömen, um auf die Gegendemonstranten zu treffen. Die Polizei konnte die laut Augenzeugen aufhalten. Auf dem Breslauer Platz steht ein Wasserwerfer bereit.

Die Polizei vermeldet auf Twitter, das konsequente Einschreiten zeige Wirkung. Die Demonstranten konnten in der Goldgasse eingekesselt werden.

+++ 16:11 Uhr: Polizei setzt Wasserwerfer ein +++

Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen randalierende Demonstranten ein. Der Demonstrationszug der Hooligans ist mittlerweile am Ebertplatz angekommen und zieht weiter in Richtung Rheinufer. Immer wieder fliegen Flaschen und Feuerwerkskörper.

+++ 15:53 Uhr: Tumulte während des Demonstrationszuges +++

Während der Demonstrationszug die Straße „Unter Krahnenbäumen“ entlangzieht, kommt es zu Tumulten. Demonstranten werfen mit Flaschen und zünden immer wieder Feuerwerkskörper, berichtet unserer Reporterin. Die meisten seien stark alkoholisiert und aggressiv. Einige gehen auf Journalisten und Polizisten los. Die Einsatzkräfte setzen Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

+++ 15:37 Uhr: Hooligans ziehen durch die Stadt +++

Die Demonstration vor dem Breslauer Platz setzt sich in Bewegung. Die Teilnehmer ziehen zum Ebertplatz. Die Strecke ist von der Polizei gesichert und Nebenstraßen abgeriegelt worden.

+++ 15:14 Uhr: Demo auf dem Breslauer Platz gestartet +++

Die Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ auf dem Breslauer Platz ist mit Musik gestartet. Es sind weit mehr Teilnehmer gekommen, als erwartet. Die Polizei hat die Fläche der Demo vergrößert.

Laut Augenzeugen versuchten mehrere Hooligans zur Gegendemo auf die andere Seite des Hauptbahnhofs zu gelangen. Die Einsatzkräfte konnte sie davon abhalten. Immer wieder werden Böller in der Menge gezündet. „Die Situation ist sehr unübersichtlich“, meldet unsere Reporterin Claudia Hauser.

+++ 14:48 Uhr: Polizei schirmt Demonstranten voneinander ab +++

Auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Kölner Dom läuft die antifaschistische Kundgebung unter dem Motto „Schulter an Schulter gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus“. Vom Tribünenwagen aus werden immer wieder Appelle abgegeben, friedlich zu bleiben. „Erspähen die Demonstranten Teilnehmer der jeweils anderen Demo, wird es hier unruhig“, meldet unser Reporter Clemens Schminke. Damit es nicht zu Zusammenstößen kommt, schirmt die Polizei immer wieder den Eingang zum Hauptbahnhof ab.

+++ 14:15 Uhr: Aggressive Stimmung auf dem Breslauer Platz +++

Viele der zur „Hooligans gegen Salafisten“ angereisten Demo sind alkoholisiert. Die Stimmung ist aggressiv, berichten Augenzeugen. Schätzungsweise 2000 Teilnehmer dürften sich mittlerweile versammelt haben, melden unsere Reporter. Viele von ihnen rufen rechte Parolen. Mehrere Feuerwerkskörper sind gezündet worden.

Beeinträchtigungen für Bahnreisende gibt es am Kölner Hauptbahnhof derzeit nicht.

+++ 13:57 Uhr: Stellvertretender Pro-NRW-Vorsitzender demonstriert mit +++

Unter den Demonstranten auf dem Breslauer Platz ist auch der stellvertretende Pro-NRW-Vorsitzende Dominik Roeseler. Er hat die Kundgebung angemeldet, sich auf Druck seiner Partei aber aus der Leitung der Veranstaltung zurückgezogen. Die rechtsextremen Parteien Pro Köln und Pro NRW betonten im Vorfeld immer wieder, die Demo nicht zu unterstützen. Auf die Frage, ob er trotzdem am Sonntag zur Demo nach Köln kommt, antwortete Roeseler am Freitag: „Als Bürger darf ich das, da sehe ich keine Überschneidung mit meiner politischen Funktion.“

+++ 13:30 Uhr: Erste Gegendemonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz +++

Auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Kölner Dom sind erste Teilnehmer der Gegendemonstration eingetroffen. Rund 150 Personen haben sich unter Aufsicht der Polizei bereits versammelt. Der Tribünenwagen wird aufgebaut.

+++ 12:35 Uhr: Der Breslauer Platz füllt sich +++

Erste Teilnehmer der Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ auf dem Breslauer Platz eingetroffen, viele von ihnen in Deutschland-Fahnen gehüllt. Die Polizei hat den Demo-Bereich mit Flatterbändern „eingezäunt“. Wer mit der Bahn zur Demonstration angereist kommt, wird von Beamten mit Hunden zum Breslauer Platz gebracht. Die Hooligans sollen sich nicht im Hauptbahnhof aufhalten.

Schon am Vormittag hatte sich die Kölner Polizei vor dem Hauptbahnhof positioniert. Rund 1500 Demonstranten werden am Nachmittag zur Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ erwartet. Vor dem Dom ist eine Gegendemonstration geplant.

Die Polizei warnt vor Schlägereien und rät die Innenstadt und den Bereich um den Bahnhof zu meiden. „Unsere Aufgabe ist es, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten“, sagte der Polizeisprecher. „Wir werden aber konsequent einschreiten, wenn es zu Rechtsverstößen kommt.“