28.07.2016
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Abrissarbeiten: Neues Quartier am Gürzenich

Die Baustelle am Gürzenich.

Die Baustelle am Gürzenich.

Foto:

Worring

Innenstadt -

Ein Bagger frisst sich gegenüber dem Gürzenich mit seiner Schaufel tief in das Gemäuer einer Häuserzeile. Staub wirbelt auf, die Fassade zerbröckelt nach und nach. Arbeiter schaffen auf dem Gelände zwischen Gürzenichstraße, Martinstraße, Augustinerstraße und Kleine Sandkaul Platz für einen Neubau. Auf einer Fläche von 2250 Quadratmetern entsteht das neue Gürzenich-Quartier, in dem Büros und Ladengeschäfte unterkommen sollen. Auf dem Areal befand sich bislang unter anderem die Heumarkt-Passage.
Abgesehen von den Häusern an der Gürzenichstraße 18, 20 und 22 wird derzeit der gesamte Block abgebrochen. „Die drei Besitzer wollten nicht verkaufen“, sagt Guido Steinbach von der Metropol Immobiliengruppe. Deshalb wird das neue Gebäude nicht den gesamten Block umschließen und durch die drei bestehenden Häuser unterbrochen.

„Wir sind nach wie vor an diesen Immobilien interessiert, aber irgendwann sind die Arbeiten natürlich so weit fortgeschritten, dass es keinen Sinn mehr ergibt“, sagt Steinbach. Ein Problem entstehe dadurch allerdings nicht. Für den Architektenwettbewerb mussten die Teilnehmer jeweils zwei Entwürfe konzipieren: einen mit den drei Häusern, einen ohne sie.

Die oberirdischen Abbrucharbeiten sollen etwa acht Wochen dauern. Anschließend beginnt der unterirdische Abbruch. Im Frühjahr 2015 soll der neue Gebäudekomplex bezugsfertig sein. Ob dieser Termin eingehalten werden kann, ist aus Sicht von Steinbach noch offen: „Wenn die Baugrube ausgehoben worden ist, kommen erst mal die Archäologen des Römisch-Germanischen Museums vorbei, und da weiß man nie, wie lange das dauert.“ Aufgrund der Lage gehe er mit Sicherheit davon aus, dass auf dem Gelände etwas Historisches gefunden werde.

Der Siegerentwurf für das Gürzenich-Quartier stammt vom Kölner Architektenbüro Astoc. Der Neubau wird demnach nicht höher als die Häuser am Heumarkt und soll auch die benachbarte Kirche St. Maria im Kapitol und das Gürzenich-Gebäude nicht überragen. Der Architekt Walter von Lom hatte als Mitglied der Jury für den Wettbewerb kritisiert, dass das benachbarte Stadthaus, das vor allem von einem Hotel genutzt wird, „ein bis zwei Stockwerke zu hoch“ geraten sei. Das neue Gebäude sehe er als Korrektur des Stadtbildes.


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