25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | ADAC Rallye Deutschland: Rallye-Elite kurvt durch Köln
22. August 2013
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ADAC Rallye Deutschland: Rallye-Elite kurvt durch Köln

Das erste Mal startet die Deutschlandrallye in Köln.

Das erste Mal startet die Deutschlandrallye in Köln.

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stefan worring

Innenstadt -

Wäre der Eintritt nicht frei, dann wären die Stufen, die von der Straße „Am Hof“ hinauf zum Roncalliplatz führen, gehobene Preiskategorie. Touristen aus England, Indien und Osteuropa sitzen hier und unterhalten sich angeregt. Auch unterschiedlichste deutsche Dialekte erklingen. Das Geräusch röhrender Motoren übertönt das Sprachengemisch. Die Köpfe der Zuschauer schnellen von links nach rechts.

Am Donnerstagnachmittag präsentieren sich die 76 Teilnehmer der ADAC Rallye Deutschland auf dem Roncalliplatz. Der Motorsportwettbewerb ist der deutsche Lauf der Rallye WM. Auf der Südseite des Doms ist eine Startrampe aufgebaut. Die Flaggen aller rund 30 Teilnehmerländer wehen. Im Minutentakt rollt ein Rallyewagen auf die Rampe, Fahrer und Co-Pilot steigen aus, geben ein kurzes Statement, steigen ein, rollen davon. In bis zu zehn Reihen drängen sich die Zuschauer an die Absperrgitter. Rallye-WM-Favorit Sébastien Ogier (Team VW) grüßt mit „Alaaf!“.

Eine Stunde zuvor genießen Michal Kosciuszko (Team Lotos) und Martin Prokop (Team Jipocar) noch die Ruhe. Sie haben sich mit einigen anderen Fahrern gerade im Großen Hörsaal des Römisch-Germanischen Museums ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Nun lehnen sie lässig an einem Stehtisch. Die späteren Konkurrenten stoßen mit Apfelschorle an. Prokops Unterkörper steckt bereits im feuerfesten Renn-Overall, das Oberteil hängt ihm noch auf den Hüften. Was macht den deutschen Teil der Rallye WM besonders? „Die Straßen sind oft ungewöhnlich eng“, sagt Prokop. Und dann sei da noch die deutsche Mentalität: „Wir fahren immer zu schnell, auch wenn wir nur 50 fahren“ , sagt Kosciuszko grinsend. Was ist das Ziel der beiden?„Ein Platz in den Top 10.“ sagt Prokop. „Einfach nur ins Ziel kommen“, sagt Kosciuszko.

Die Stadt stellte den Roncalliplatz kostenlos zur Verfügung. Auch die Zustimmung des Domkapitels war nötig. Ein großes Aufgebot der Polizei überwachte die Aufstellung der Wagen, die der ADAC koordinierte. Die Grünen hatten im Vorfeld kritisiert, das Weltkulturerbe Dom werde zur „billigen Werbekulisse“. Auch umweltpolitisch sei die Veranstaltung „ein falsches Signal“.
Um 18 Uhr verhallten die letzten Motorengeräusche der Rallyewagen in der Kölner Altstadt. In Blankenheim und im Sauertal fanden am Abend noch die ersten Wertungsprüfungen statt. Die ADAC Rallye Deutschland endet am Sonntag in Trier.