24.07.2016
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Brand in der Südstadt: Kölner rettet sich über das Dach

Die Feuerwehr musste zehn Personen aus einem brennenden Haus in der Merowingerstraße retten.

Die Feuerwehr musste zehn Personen aus einem brennenden Haus in der Merowingerstraße retten.

Foto:

Arton Krasniqi

Südstadt -

In einem Haus in der Merowinger Straße ist am Dienstagvormittag ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer war in einer Wohnung im Hinterhaus ausgebrochen. Die Flammen schlugen aus der Wohnungstür im ersten Obergeschoss und verrauchten den gesamten Treppenraum. Die Hitze war so stark, dass der Putz im Treppenraum abfiel und alle Fenster zu Bruch gingen. Die Feuerwehr musste unter Atemschutz zehn Bewohner mit Fluchthauben und über Drehleitern vor den Flammen retten. Vier Personen wurden mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf die darüber liegende Wohnung verhindern. Aber trotzdem fanden sich einige Glutnester in der Altbaudecke, die von oben abgelöscht werden mussten. Alle zehn Wohnungen sind derzeit nicht bewohnbar. Die Wohnungsversorgungsbetriebe kümmern sich um Ersatzwohnungen für vier Bewohnerinnen und Bewohner.

Ein 22-jähriger Bewohner aus dem vierten Obergeschoss brachte sich durch eine waghalsige Rettungsaktion selbst in Gefahr, indem er über das Dach zum Nachbarhaus kletterte, wie die Feuerwehr bestätigte. Geweckt durch den Warnton eines Rauchmelders bemerkte er Rauch im Flur der eigenen Wohnung. Als er die Tür zum Treppenhaus öffnete, kam ihm bereits dicker Qualm entgegen. Er schloss die Tür zunächst wieder. Aber anstatt sich am Fenster bemerkbar zu machen, ging er im Treppenraum durch den Rauch einen Absatz nach oben auf das Dach des Hinterhauses.

Auf Socken übers Dach

Auf Socken kletterte der junge Mann über Dachpfannen zum Nachbarhaus. Dort schlug er eine Scheibe ein und ging in die Wohnung. Über Notruf meldete er sich aus der Nachbarwohnung bei der Feuerwehr. Die Polizei Köln fand schnell den eigentlichen Wohnungseigentümer, der ihm die Tür aufschloss. Er zeigte nicht nur Verständnis für die kurzzeitige Wohnungsbesetzung, er lieh seinem Nachbar auch noch Schuhe aus. Die Feuerwehr warnt in diesem Zusammenhang vor ähnlich waghalsigen Aktionen. „Nur zwei Atemzüge im Brandrauch können tödlich sein“, so Philipp Hessemer. Sollte das Treppenhaus verqualmt sein, rät er dringend, stattdessen zum nächsten Fenster an der Straßenseite zu gehen und sich bemerkbar zu machen.

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. (jac)