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Entlassungen in Türkei: Wissenschaftler protestieren auf Domplatte mit Hungerstreik

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Neun Mitglieder der Kölner „Academics for Peace“ sind in einen temporären Hungerstreik getreten. Sie protestieren mit dieser Aktion gegen die Massenentlassungen von Wissenschaftlern in der Türkei.

Foto:

Arton Krasniqi, KSTA

Köln -

Nach den massenhaften Entlassung von Wissenschaftlern in der Türkei im vergangenen Jahr, haben sich türkische Wissenschaftler aus Köln am Sonntag auf der Domplatte mit ihren Kollegen in der Heimat solidarisiert.

Nach dem Vorbild der Wissenschaftlerinnen Nuriye Gülmen und Semih Özakça, die wegen ihrer Entlassung seit 60 Tagen im Hungerstreik sind, traten auch die neun Mitglieder der Kölner „Academics for Peace“ symbolisch in einen temporären Hungerstreik – für 12 Stunden.

Akademiker sorgen sich um Entwicklung in Türkei

„Wir fordern menschenwürdige Lebensbedingungen und Frieden", schrieb die Gruppe in einer Stellungnahme. „Die Verordnung war ungerecht", sagte Politikwissenschaftler Mustafa Sener, der ebenfalls seine Stelle in der Türkei verloren hat.

Der Akademiker mache sich Sorgen um die Entwicklung in der Türkei: „Alles ist unsicher. Niemand weiß, was alles nächstes dort passieren wird." Zusammen mit acht Kollegen wolle er am Sonntag ein Zeichen setzen. „Nuriye und Semih haben ein Recht auf ihren Job – genau wie wir auch. Ich will helfen diese Arbeit zurück zu bekommen", so der Akademiker Sener weiter.

Die Protestaktionen von Academics for Peace finden hauptsächlich in der Türkei statt. Neben den Kölner Wissenschaftlern möchte sich nächste Woche auch eine Berliner Gruppierung mit den Kollegen in der Türkei solidarisieren und das Essen für 12 Stunden einstellen. (akh)