30.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Früherer Ufa-Filmpalast in Köln: Umbauarbeiten am alten Kino sind gestartet
11. May 2015
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Früherer Ufa-Filmpalast in Köln: Umbauarbeiten am alten Kino sind gestartet

Die Fassade zum Hohenzollernring – derzeit verborgen hinter Gerüsten – soll dem Originalzustand aus den 30er Jahren gleichen.

Die Fassade zum Hohenzollernring – derzeit verborgen hinter Gerüsten – soll dem Originalzustand aus den 30er Jahren gleichen.

Köln -

Nach monatelanger Hängepartie ist Bewegung in den Umbau des früheren Ufa-Filmpalasts am Hohenzollernring gekommen. Bauarbeiter haben große Mengen Schutt und alte Holzverkleidungen aus dem Gebäude geschafft, die blauen Kunststoffverkleidungen an der Hausfront sind abmontiert. In Kürze beginnen die Arbeiten an der Fassade: Mit ihrer hellen Sandstein-Optik und den sich dunkel absetzenden Fensterrahmen aus Aluminium wird sie dem Originalzustand aus den 30er Jahren nachempfunden. Möglicherweise schon im Herbst, spätestens aber Ende des Jahres soll der Kinobetrieb in dem einst größten Kölner Lichtspielhaus wieder starten.

Die Verhandlungen mit möglichen Betreibern liegen nach Aussage von Investor Johannes Füngeling in den letzten Zügen und sollen Anfang Mai abgeschlossen sein. Es gebe mehrere Interessenten, darunter der Cinedom sowie Cine-Star, die das Kino zuletzt betrieben hatten. Eine hässliche Lücke in bester Innenstadtlage, die durch die Schließung des Kinos 2010 entstanden war, würde damit verschwinden.

Mehr Säle, keine Wohnungen

Die Immobiliengruppe Füngeling hatte den Komplex bereits im Sommer 2014 gekauft – doch dann herrschte erst einmal Stillstand. Grund waren Bedenken des Kölner Stadtkonservators Thomas Werner gegen die Pläne des Investors, das zum Friesenwall zeigende Hinterhaus abzureißen und durch Geschäfte und Wohnungen zu ersetzen. Denn der 1931 nach den Plänen des Architekten Wilhelm Riphahn errichtete Komplex steht unter Denkmalschutz, und dieser gelte, so Werner, auch für das Hinterhaus, das Riphahn einst als Bühnenhaus konzipiert hatte. Aufgrund der Widerstände verabschiedete sich der Investor von der lukrativen Idee eines Wohn- und Geschäftshauses und setzt nun voll auf die Kino-Lösung.

Das von vielen als schäbig empfundene Hinterhaus mit seinen drei Schachtelkinos bleibt also bestehen, lediglich die Fassade soll ausgebessert und mit einem neuen Anstrich versehen werden. Insgesamt wird der Filmpalast dann über acht Säle mit etwa 1400 Plätzen verfügen. Die ursprüngliche Planung hatte dagegen nur vier Säle vorgesehen. Das sei auch eine Forderung der künftigen Betreiber gewesen, die sieben bis acht Säle als Mindeststandard betrachten, um ein breites Publikum anziehen zu können. „Das wird ein vollwertiger Kino-Standort mit neuester Abspiel- und Sound-Technik“, verspricht Füngeling.