28.09.2016
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Günstiger Wohnraum: Köln folgt Düsseldorfer Modell

Die Konkurrenz auf dem Kölner Wohnungsmarkt ist groß.

Die Konkurrenz auf dem Kölner Wohnungsmarkt ist groß.

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Christoph Hennes

Am Vorbild Düsseldorf will sich die Stadt Köln orientieren, um in den Jahren 2020 und 2030 ausreichend günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. In Düsseldorf müssen nach einem Ratsbeschluss die Bauentwickler in Projekten mit mehr als 100 neuen Wohneinheiten 20 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert und weitere 20 Prozent preisreduziert anbieten.

In Köln soll dem Rat eine Quote von 25 bis 35 Prozent öffentlich geförderten Wohnraums bei Neubauten vorgeschlagen werden. Das berichtete Maria Kröger, Leiterin des Kölner Amtes für Stadtentwicklung und Statistik, am Montagabend im Domforum. Barbara Moritz (Grüne), zweite stellvertretende Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses und Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft GAG, begrüßte den Vorschlag und lobte die Landeshauptstadt: „Ich freue mich darüber, dass Düsseldorf in diesem Punkt weiter ist als wir – jetzt kann niemand mehr damit drohen, nach Düsseldorf auszuweichen, weil dort die Bedingungen für Bauentwickler günstiger sind“, sagte Moritz auf der Veranstaltung des Architektur Forums Rheinland.

Kröger referierte über die Möglichkeiten der Kommune, den Wohnungsmarkt in Köln zu steuern. Das vorliegende Wohnungsbauprogramm 2015 müsse jetzt fortgeschrieben werden. Ziel sei, die Wohnzufriedenheit der Kölner von 70 auf 75 Prozent zu steigern, bis 2030 Wohnraum für 1 050 000 Menschen in der Stadt zu bieten, den Wohnungsbestand den veränderten energetischen und demografischen Anforderungen anzupassen und gemäß einem Ratsbeschluss jährlich 1000 öffentliche Wohnungen neu zu bauen. In Köln sei die Hälfte der Bevölkerung auf preisgünstigen Wohnraum angewiesen, sagte Kröger: „Es ist vieles zu tun, wenn die Stadt für ihre Bürger attraktiv bleiben soll.“

Wegen der klammen Haushaltslage der Stadt werde die Verwaltung dem Rat einen „kommunalen Baulandbeschluss“ vorschlagen. Dadurch sollen begünstigte Eigentümer von Grundstücken, für die das Baurecht erklärt wurde, an den dadurch ausgelösten Kosten der Erschließung beteiligt werden.

Die Stadt müsse außer den Neubauplänen auch die „eigentlich viel wichtigere“ Entwicklung des Bestands im Auge behalten, sagte Kröger. Dabei gehe es vor allem darum, zusätzlichen Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen. Denn der sei für die Gruppe der 18- bis 35-Jährigen, die man gerne in der Stadt halten möchte, besonders interessant. Möglichkeiten der Wohnraumschaffung in diesem Bereich bestünden etwa durch Geschossaufstockungen, Dachflächennutzung, Hinterlandbebauung und das – zuletzt ein wenig vernachlässigte – Programm zur Schließung von Baulücken.

Um die Ziele zu erreichen, seien „Kooperationsverträge mit der Wohnungswirtschaft“, wie sie etwa in Hamburg bereits abgeschlossen worden seien, aber auch Kooperationen mit den benachbarten Kommunen erfolgversprechend. Erste Gespräche dazu habe der Oberbürgermeister bereits geführt, sagte Kröger.