28.07.2016
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Hauptbahnhof: Rat will Glassteg ablehnen

Die Ratsparteien lehnen den Glassteg mehrheitlich ab.

Die Ratsparteien lehnen den Glassteg mehrheitlich ab.

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IPPW

Köln -

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) stoßen mit ihrem Wunsch nach einem gläsernen Steg zwischen Gleis 1 des Hauptbahnhofs und der Domplatte auf breite Ablehnung. Der bisherige Betonsteg wurde im Zuge der Umgestaltung der östlichen Dom-Umgebung abgebrochen. Ein Ersatz für den barrierefreien Zugang ist nicht geplant. Behindertenverbände kritisieren den Abriss.

Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hatte sich gegen einen gläsernen Steg als Ersatz ausgesprochen, da dieser schnell verschmutzen und dem neuen Konzept einer helleren Dom-Umgebung widersprechen würde. Dieser Meinung schließt sich SPD-Fraktionschef Martin Börschel an. „Ich finde, Frau Schock-Werner hat recht. Ein barrierefreier Zugang zum Bahnhof sollte auch ohne Steg möglich sein“, schreibt Börschel im Internet auf seiner Facebook-Seite. Auch Regina Börschel, die für die SPD in der Bezirksvertretung Innenstadt sitzt, hält einen Steg nicht für sinnvoll. Es habe lange Diskussionen über die städtebauliche Umsetzung gegeben. „Wir reden über den Zugang zu einem einzelnen Gleis. Wenn wir über Barrierefreiheit im Bahnhof nachdenken, müssen wir über andere Wege reden“, sagt sie.

„Städtebauliche Geisterfahrt“

Grünen-Fraktionsvize Jörg Frank zeigt sich ebenfalls nicht so recht überzeugt vom Vorstoß seines Parteifreundes Hupke. „Es gibt einen Ratsbeschluss, der einen Steg nicht vorsieht.“ Das liege vor allem daran, dass die Deutsche Bahn vom Gleis 1 aus eine Verbindung mit dem Eurostar nach London plane. In diesem Fall müsste der Bahnsteig mit Sicherheitsschleusen ausgerüstet werden, ein Steg wäre ohnehin nicht mehr möglich. „Es muss zunächst geklärt werden, ob diese Pläne noch bestehen“, sagt Frank. Sollte die Bahn verzichten, müsse zunächst auch noch der verkehrliche Nutzen eines Stegs geprüft werden. „Dieser ist mir nicht klar, weil es einen Aufzug an der Domplatte gibt.“

CDU-Fraktionsvize Karl Jürgen Klipper sieht das ähnlich. „Jetzt noch einmal etwas zu ändern sehen wir als problematisch an.“ Einer Prüfung würde sich die CDU nicht entziehen, aber eigentlich wolle sie die Entscheidung nicht infrage stellen. „Das Gleis 1 kann barrierefrei über zwei Aufzüge erreicht werden“, sagt Klipper.

Die FDP positioniert sich deutlich gegen einen Steg. „Dieses Stückwerk ist eine städtebauliche Geisterfahrt“, sagt Maria Tillessen, Vorsitzende der FDP-Fraktion in der BV-Innenstadt.