27.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Jüdisches Museum in Köln: Landschaftsverband kritisiert Planung

Die Grabungen auf dem Rathausvorplatz

Die Grabungen auf dem Rathausvorplatz

Foto:

Rakoczy

Innenstadt -

Finanzielle Risiken, ein ungewisser Zeitplan, Unklarheit über den zur Verfügung stehenden Raum: Im Zusammenhang mit der geplanten Archäologischen Zone und dem Jüdischen Museum sieht der Landschaftsverband Rheinland (LVR) eine Reihe von Problemen. Die von den Architekten überarbeitete Planung werde den „Anforderungen des LVR als Museumsbetreiber noch nicht gerecht“, heißt es in einem Schreiben an die städtische Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach.

Im vorigen März hatte der Saarbrücker Planer Wolfgang Lorch die Ratspolitiker über Änderungen seines ursprünglichen Entwurfs informiert. Der Architekt hatte unter anderem den Eingang vom Alter Markt auf den Platz vor dem Rathaus verlegt und auf einen Teil der vorgesehenen Ausstellungsflächen verzichtet.

Aus Sicht des Landschaftsverbandes sind eben die Ausstellungsflächen „das schwerwiegendste Problem“. Denn die jüngste Variante sieht vor, die Räume für die Dauerausstellung an zwei unterschiedlichen Orten zu errichten; 250 Quadratmeter im bereits bestehenden römischen Praetorium sowie 320 Quadratmeter in der Archäologischen Zone. Die Teilung „schränkt die Nutzungsmöglichkeiten erheblich ein“, bemängelt LVR-Kulturdezernentin Milena Karabaic in ihrem Brief.

Weitere Bedenken äußert der Landschaftsverband, weil mehrere Räume nicht der geforderten Größe entsprechen. Dazu zählen die Garderobe und die Toiletten für die Besucher sowie Räume für das Personal und die Museumspädagogik. Die Stadtverwaltung werde zu den Anmerkungen des künftigen Betreibers Stellung nehmen, hieß es am Dienstag im Rathaus.

Noch in diesem Monat sollen Bauarbeiter damit beginnen, die Grabungsstätte mit Sand zu verfüllen. Das ist nötig, damit die Baufahrzeuge an ihren Einsatzort gelangen können. Später werden die Zeugnisse aus der Vergangenheit dann erneut freigelegt und von einem Schutzbau umhüllt. Zu den Kosten will sich die Verwaltung derzeit nicht äußern. Bei den 2011 vom Rat bewilligten 51,7 Millionen Euro wird es jedenfalls kaum bleiben. Der unterirdische Archäologie-Rundgang, den Kritiker mit einem Bürgerbegehren verhindern wollen, soll 2016 eröffnet werden. Ob der Zeitplan einzuhalten ist, gilt als fraglich.

Personalfrage vor Gericht

In einer anderen Angelegenheit dürfte bald Klarheit bestehen. Ende des Monats wird sich das Verwaltungsgericht mit der Frage befassen, ob die von Oberbürgermeister Jürgen Roters angeordnete Abberufung des umstrittenen Grabungsleiters Sven Schütte rechtens war. Der promovierte Archäologe hatte im April 2013 gegen seine Versetzung geklagt. Er sei mit seiner neuer Aufgabe, der wissenschaftliche Auswertung der Grabungsbefunde an der U-Bahn-Baustelle Pipinstraße, nicht angemessen beschäftigt.