29.07.2016
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Konzert: Hurts begeistern Fans

Hurts begeisterten in der Essigfabrik mit alten und neuen Hits.

Hurts begeisterten in der Essigfabrik mit alten und neuen Hits.

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CHRISTOPH HENNES

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Dutzendweise weiße Rosen wirft Hurts-Frontmann Theo Hutchcraft den Damen zu. Symbolisch kann die weiße Rose für Treue, Unschuld oder Verschwiegenheit stehen – was er ausdrücken will, bleibt sein Geheimnis. Ein Geheimtipp sind Hurts selbst längst nicht mehr. 2010 veröffentlichten sie die Single „Wonderful Life“ und machten Furore mit ihrem 80er-Synthesizer-Sound, der stark nach Depeche Mode und Pet Shop Boys klingt. Auch optisch orientieren die Nordengländer sich an Vergangenem. Der 26-jährige Hutchcraft erscheint in Schwarz, mit Gelfrisur und Goldkettchen und setzt seine Bewegungen zwischen Depeche-Mode-Sänger Dave Gahan und Falco an.

Trotzdem, irgendwo endet auch bei Hurts das Faible für Anachronismen: Als Begleitung für die Ballade „Illuminated“ erbittet Hutchcraft leuchtende Smartphone-Displays statt glimmender Feuerzeuge. Der Umgang der Band mit dem eigenen Material ist eine knappe Woche nach Veröffentlichung des zweiten Albums „Exile“ selbstbewusst: Die Hits werden nicht etwa aufgespart, „Wonderful Life“ kommt bereits an dritter Position. Das Publikum nimmt die neuen Songs, darunter mit „Blind“ ein Beitrag, der klanglich eher in den 90ern anzusiedeln wäre, weit positiver auf als die Kritiker. Als das reguläre Konzert nach kaum einer Stunde endet, erkämpft sich das Publikum als Zugabe eine Akustiknummer, frei von Lichtshow und Blütenregen. Die Gäste haben entschieden: Bei ihnen steht Weiß für Treue. (eli)