28.07.2016
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Parkhaus wird Hotel: Kölner Kasino soll in der Messe-City gebaut werden

Das Aral-Parkhaus an der Cäcilienstraße.

Das Aral-Parkhaus an der Cäcilienstraße.

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Michael Bause

Innenstadt -

Die Westdeutsche Spielbanken-Gesellschaft hat ihre Pläne aufgegeben, auf einem Parkhausgrundstück an der Cäcilienstraße ein Kasino errichten zu lassen. Der Eigentümer der Fläche, der Baukonzern Hochtief, bevorzugt eine andere Nutzung. Wie zu erfahren war, soll dort ein Hotel entstehen. Noch sei offen, mit welchem Betreiber der Vertrag abgeschlossen wird. So viel steht fest: Unter dem Neubau wird es eine öffentliche Tiefgarage geben.

Hochtief hat die Stadtverwaltung in einem Schreiben über seine Absichten informiert. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit der Westspiel GmbH erfolgt. Das Unternehmen hatte die Immobilie von der Stadt gekauft und bereits früher die Ansiedlung eines Hotels erwogen. Der Pachtvertrag mit dem Aral-Parkhaus-Betreiber Contipark läuft 2016 aus. Danach kann der Abbruch des Gebäudes beginnen.

Neuer Wunschstandort der Westspiel für das Kasino ist die Messe-City, ein in Deutz geplantes Büroquartier. Dem Vernehmen nach haben die Spielbankgruppe sowie Strabag und ECE, die Investoren in Deutz, Absichtserklärungen unterschrieben, über einen Mietvertrag zu verhandeln.

Noch allerdings wartet das Gelände zwischen Deutzer Bahnhof und Messe auf den ersten Bagger. Die Bauarbeiten werden wohl nicht beginnen, bevor sich ein Hauptmieter gefunden hat. Eben das könnte die Zurich-Versicherung sein, die ihre Kölner Niederlassung zur Deutschland-Zentrale erweitern will; ihren künftigen Sitz wird die Versicherung entweder in der Messe-City nehmen oder auf einem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände im Mülheimer Norden. Die Entscheidung fällt möglicherweise noch in diesem Jahr.

Fünf Millionen Euro für die Stadt

Die Stadt wird an den Einnahmen durch die Roulette-Tische und Geldautomaten beteiligt. Rund fünf Millionen Euro seien jährlich zu erwarten, heißt es im Rathaus. Die ursprüngliche Hoffnung, dass die Kugel von 2016 an rollen wird, dürfte sich jedoch kaum erfüllen. Die Landesregierung hat die Lizenz für eine Spielbank in Köln 2013 erteilt. Bei der Westspiel wäre man nicht unzufrieden, wenn das fünfte Kasino des Landes Nordrhein-Westfalen bis 2019 eröffnet wird. In Duisburg beispielsweise hatte es nach der Lizenzvergabe noch sieben Jahre bis zum Start des Spielbetriebs gedauert.

Die Abkehr vom Standort Cäcilienstraße stößt bei Anwohnern eher auf Erleichterung als auf Bedauern. In einer Diskussionsveranstaltung im Haus der Architektur am Josef-Haubrich-Hof wurde mehrfach betont, unmittelbar gegenüber dem Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) sei ein Glücksspielhaus fehl am Platz.

Eingegrenzt zwischen Neumarkt, Cäcilienstraße und Nord-Süd-Fahrt befinden sich eine beachtliche Reihe Kultur- und Bildungsstätten; neben dem RJM etwa das Museum Schnütgen, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, das Belgische Haus und die Karl-Rahner-Akademie. Eine derartige Ansammlung auf so engem Raum sei einzigartig in Köln, war sich die Runde einig. Hier sei, ganz ohne Generalplan, ein kulturelles Zentrum herangewachsen – das durchaus Ergänzungen vertragen könne. Manchmal, sagte Stadtplanungsamtschefin Anne Luise Müller, „ist eben auch das Weglassen von Planung vernünftig“.