27.08.2016
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Rudolfplatz: Neuer Glanz statt Nachkriegs-Tristesse

Beste Lage: Das Karree zwischen Habsburgerring (vorne) und Hahnenstraße (links)

Beste Lage: Das Karree zwischen Habsburgerring (vorne) und Hahnenstraße (links)

Foto:

Rakoczy

Innenstadt -

Die Neugestaltung eines der markantesten Areale in der Innenstadt rückt in greifbare Nähe. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erfuhr, wollen die beiden Unternehmen Momeni Immobilien und Development Partner bis Ende des Jahres für das Karree zwischen Habsburgerring, Rudolfplatz und Pilgrimstraße über eine Baugenehmigung verfügen. „Zum 31. Dezember enden alle Mietverträge, so dass es der perfekte Zeitpunkt ist, die Prominenz des Rudolfplatzes wiederherzustellen“, sagt Momeni-Geschäftsführer Andreas Gladisch. Das Hamburger Immobilienunternehmen hatte im Dezember das Theater am Rudolfplatz sowie die beiden Nachbargrundstücke zum stadtauswärts führenden Bahnsteig von der Sparkasse Köln-Bonn gekauft.

„Ende des Jahres halte ich für ein realistisches Ziel“, sagt auch Winfried Siebers, Vorstand des Düsseldorfer Unternehmens Development Partner. Diesem gehört das Gebäude am Habsburgerring 24-26, in dem sich das Restaurant Maredo befindet. Außerdem besitzt er ein Vorkaufsrecht auf das Grundstück am Habsburger Ring 28, das aktuell einem Privateigentümer gehört. Gleiches gilt auch für das Grundstück am Rudolfplatz 9, dessen Eigentümer sich bislang noch nicht für einen Verkauf entscheiden konnte.

Konkret wollen Momeni und Development Partner in Kooperation mit der Stadt und Baudezernent Franz-Josef Höing einen Architektenwettbewerb veranstalten. Einig sind sich beide Investoren darüber, dass sich das Areal aufgrund der Lautstärke des Umfelds nicht für eine Wohnbebauung eignet. Stattdessen setzen sie auf eine Mischung aus Büroflächen, Einzelhandel und Gastronomie. Siebers kann sich ein hochwertiges Premieren-Kino und Firmen, die Computerspiele entwickeln, als Mieter vorstellen. Gladisch würde es favorisieren, Einzelhandel, Restaurants und Cafés sowohl im Erdgeschoss, als auch im ersten Obergeschoss zu platzieren. Aufgrund des städtischen Höhenkonzepts wird das Gebäude voraussichtlich über maximal sechs Stockwerke verfügen dürfen.

Die bestehende Brücke aus Holz und Glas zwischen der Hahnentorburg und dem Areal soll abgerissen werden. „Wir werden das Problem gemeinsam mit der Stadt und der Ehrengarde lösen“, sagt Gladisch. Die Karnevalsgesellschaft belegt in der Torburg und der Brücke einen Versammlungssaal, ein Vorstandszimmer, die Kleider- und Sattelkammer sowie das Archiv und ein eigenes Museum. Aus Sicht der Investoren kann die Brückenkonstruktion im Rahmen eines Neubaus nicht erhalten werden. Eine wichtige Rolle wird auch die Einbindung des Theaters am Rudolfplatz spielen. Die Fassade des ehemaligen Kinos steht unter Denkmalschutz.

Gladisch hält es für sinnvoll, die Entwicklung zu nutzen, um die Straßenbahntrassen zu verlegen, die aktuell noch auf beiden Seiten des Areals vorbeiführen. Der städtebauliche Masterplan von Albert Speer sieht ohnehin vor, Pkw und Lkw künftig nur noch auf der Richard-Wagner-Straße und der Pilgrimstraße fahren zu lassen, während die Bahnen der Linien 1 und 7 ausschließlich über die Aachener Straße rollen sollen.

Momeni hält es für einen großen Glücksfall, überhaupt noch ein Karree in einer so zentralen Lage in einer Stadt wie Köln entwickeln zu können. „In anderen Städten bekommt man so etwas überhaupt nicht mehr“, so Gladisch. Innerstädtische Lagen würden oft in Zusammenarbeit mit anderen Immobilienunternehmen neu bebaut. „Keiner von uns wird den anderen blockieren“, sagt Gladisch. Development Partner sei zuverlässig und ein vertrautes Unternehmen,

„Es wäre natürlich alles einfacher gewesen, wenn uns das gesamte Areal gehören würde, aber Momeni und wir kennen uns gut, weshalb das funktionieren wird“, meint Development-Partner-Vorstand Siebers. Beide Unternehmen hatten bereits bei einem Projekt in Düsseldorf zusammengearbeitet und bescheinigen sich gegenseitig, dass die Kooperation dort von Erfolg gekrönt gewesen sei. Erste Gedankenspiele, wie das Areal künftig bebaut sein könnte, hatte das Architekturbüro Albert Speer & Partner im Auftrag von Siebers bereits angestellt. Das dürfte aufgrund der neuen Besitzstruktur jedoch erstmal vom Tisch sein.

„Wichtig ist, dass die Sparkasse nicht mehr beteiligt ist, weil sie das Karree nicht entwickeln wollte“, so Siebers. Die Sparkasse Köln-Bonn, die gegenüber an der Pilgrimstraße ihre Zentrale unterhält, hatte die Immobilien auf Vorrat gekauft, um Flächen für mögliche Erweiterungen zu haben. Wegen einer Vorgabe der EU-Kommission, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, musste sie diese verkaufen.