27.08.2016
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Sanierung: Kölner Oper bleibt vorerst grau

Der größte Teil ist noch verkleidet, doch ein Teil der Operntürme zeigt schon die künftige graue Farbgebung.

Der größte Teil ist noch verkleidet, doch ein Teil der Operntürme zeigt schon die künftige graue Farbgebung.

Foto:

Peter Rakoczy

Köln -

Die Kölner Opernbesucher müssen sich in Zukunft an einen neuen Anblick gewöhnen. Der obere Teil des Opernhauses am Offenbachplatz wird seine bisherige weiße Farbe nach der Generalsanierung nicht mehr zurückerhalten. „Die Fassade der schrägen Türme soll nach der Sanierung nicht mehr verändert werden, so dass das Grau des Naturbetons sichtbar bleibt“, sagte Reinhard Beuth, der Sprecher des Projektbüros, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Das beziehe sich sowohl auf die Seitenfassaden mit den Balkonen als auch auf die vordere Stirnseite zur Tunisstraße sowie die hintere zur Krebsgasse. Diese schrägen, 35 Meter hohen Turmbauten hatte Architekt Wilhelm Riphahn im Frühjahr 1954 in seine Detailplanungen eingebaut, um die Plastizität des Gebäudes zu stärken.

Rohbeton als Bekenntnis zur Moderne

Die Entscheidung zur Rückbesinnung auf den grauen Naturbeton sei getroffen worden, um den Originalzustand des Opernhauses aus dem Eröffnungsjahr 1957 wiederherzustellen, sagt Beuth. Damals verfügte der von Riphahn als Bekenntnis zur Moderne entworfene Bau zunächst über eine Rohbeton-Fassade. „Das war aber nur eine kurze Zeit lang so, bis der obere Teil komplett weiß gestrichen wurde“, so Beuth.

Da der Zweite Weltkrieg erst zwölf Jahre zurück lag, hätten sich Teile der Kölner Bevölkerung an dem grauen Betonbau gestört, der viele von ihnen an einen der Bunker in der Innenstadt erinnerte. Im Volksmund wurde die Oper unter anderem spöttisch als „Aida-Bunker“ und als „Grabmal des unbekannten Intendanten“ bezeichnet. Daraufhin trafen die Verantwortlichen die Entscheidung, einen Farbwechsel vorzunehmen. Seitdem und bis zum Beginn der Umbauarbeiten im Sommer 2012 blieb die Fassade weiß. „Wir wollen eine denkmalgerechte Sanierung umsetzen und das Gebäude so wiederherstellen, wie Riphahn es ursprünglich konzipiert hatte“, sagte Beuth.

Sobald das Gerüst am Opernhaus entfernt sei, werde sich das Projektteam anschauen, wie die Optik einer betongrauen Fassade wirkt. „Wir rechnen damit, dass die Bürger wie schon 1957 angeregt über das Ergebnis diskutieren werden“, so Beuth. Die Denkmalschützer seien auf diese Situation bereits vorbereitet. „Der Wille zum Grau ist da, aber die letzte Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte Beuth. Der untere Gebäudeteil bleibt wie bislang verklinkert.

Das Opernhaus soll im Juni 2015 fertiggestellt sein und im Herbst kommenden Jahres wieder eröffnet werden. Insgesamt beträgt der Kostenrahmen für das Projekt 253 Millionen Euro.