30.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Konzert in der Philharmonie: Bläck Fööss hissen kölsche Flagge zur Marseillaise
17. November 2015
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Konzert in der Philharmonie: Bläck Fööss hissen kölsche Flagge zur Marseillaise

Die Bläck Fööss bei ihrem Konzert in der Kölner Philharmonie

Die Bläck Fööss bei ihrem Konzert in der Kölner Philharmonie

Foto:

Grönert

Köln -

Die Botschaft ist eindeutig: „Mir klääve am Lääve, uns kritt keiner klein“. Kein anderes Lied der Bläck Fööss hätte besser an den Anfang des Philharmonie-Konzertes am Montagabend gepasst, als dieser Song aus den 1980er Jahren. „Wir sind aufgrund der schrecklichen Ereignisse in Paris alle noch ein bisschen bedröppelt“, sagte „Bömmel“ Lückerath beim Konzert der Fööss vor ausverkauftem Haus.

Zuvor wurde, wie bei jedem Philharmoniekonzert der Gruppe, die kölsche Flagge gehisst – diesmal zur „Marseillaise“ und mit Trauerflor.

Kommentar zum Heumarkt-Boykott

Lückerath ging kurz auf den Wirbel ein, den die Fööss-Absage zur Karnevalssessionseröffnung auf dem Heumarkt nach sich gezogen hatte. „Wir hätten nie gedacht, dass das so große Wellen schlagen würde“, sagte der Sänger und lieferte mit dem Lied aus dem Jahr 2008 „Ävver bitte, bitte mit Jeföhl“, gleich die Erklärung für die Entscheidung der Gruppe mit. Darin heißt es: „Nä, dat wolle mer nit, dat bruche mer nit, dat simmer och nit. Nä, nä, nä do maache mir nit mih met, dat hät met Fastelovend nix zo dun“.

Mit den Liedern „Usjebomb“, „Heimweh en Kölle“ und dem Krätzchen „Hamsterfahrt“ erinnerte die Band musikalisch an das Kriegsende vor 70 Jahren. Bassist Hartmut Priess sagte, er habe den Eindruck, dass die Narben des Krieges verheilt seien, aber immer noch gestreichelt werden müssen. Mit Blick auf die Konflikte in der heutigen Zeit hofft er auf den Aufbau eines Friedenswerks, das ohne Militäreinsätze auskommt.

Kurz vor der Pause versetzte die afrikanische Sängerin Marie Enganemben die vornehme Philharmonie in gewaltige Schwingungen. Mit ihrer unglaublichen Soul-Stimme präsentierte „die kölsche Marie“, wie Erry Stoklosa sie nannte, die „Stammbaum“-Hymne der Bläck Fööss in perfektem kölsch. Das Publikum feierte ihre Idole und deren Klassiker wie „Kathrin“, „Rut un Wiess“, „Die Stadt“ und ein Elvis-Rock’n’Roll-Medley wie immer: euphorisch und temperamentvoll. Auch die neuen Songs „Freiheit Alaaf“ und „Fastelovend sin mer widder do“ honorierten die Gäste mit reichlich Applaus. Die obligatorische Hymne „Am Dom zo Kölle“ setzte den Schunkelschlusspunkt unter das rund zweistündige Philharmoniekonzert – übrigens das 28. seiner Art in Folge.


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