Beim städtischen Bauhof an der Frankfurter Straße spricht man von einer Atempause. Seit einer Woche hat die Stadt Köln sechs Fremdfirmen beauftragt, zusätzlich zu den 30 städtischen Stopfkolonnen den Kampf gegen die Schlaglöcher aufzunehmen.
„Seither ist die Schadenslage stabil“, sagt Bauhof-Chef Arne Wrobel. Zwischen 900 und 1200 Löcher sind registriert, aber es werden zumindest nicht mehr. „Wir haben einiges aufholen können, was durch den Winterdienst, die Karnevals- und Hochwasser-Einsätze liegengeblieben ist.“ Dennoch ist Entwarnung nicht in Sicht. „Der Winter hat noch nicht aufgegeben. Bis Ende Februar werden wir wohl weiter nur notdürftig flicken.“
Schlagloch-Rekord auf deutschen Straßen, die Verkehrsclubs sind sicher: So schlimm war es noch nie. Doch wer haftet eigentlich, wenn Schlaglöcher den eigenen Wagen beschädigen? (Bild: dpa)
Sobald die Frostperiode vorbei ist, soll mit der gründlichen Sanierung der Schlaglöcher begonnen werden. Wrobel geht davon aus, dass die Bauverfahren beschleunigt werden können, weil die Vergabe der Aufträge erleichtert wurde. „Wir dürfen jetzt bis zu einer Summe von 70 000 Euro ohne Ausschreibung beauftragen. Bisher waren das nur 35 000 Euro.“ Wie lange allerdings das Geld reichen wird, um Sanierungen vorzunehmen, ist unklar.
15 Millionen Euro stehen für die Straßenunterhaltung einschließlich des Winterdienstes zur Verfügung. „Je nach Wetterlage könnte das Geld schon im Sommer verbraucht sein“, sagt Wrobel. Allein der Einsatz der Fremdfirmen koste pro Woche 90 000 Euro. Die Verkehrssicherheit und die Tatsache, dass die Schäden nur noch größer werden, würde man das Ende der Frostperiode abwarten, machten ein Hinauszögern der Reparaturen aber unmöglich. „Deshalb müssen wir das Geld jetzt einsetzen. Auch wenn es derzeit nur ums Flicken geht.“
Bei der Großbaustelle an der Inneren Kanalstraße in Höhe des Moscheebaus will die Stadt Köln am heutigen Dienstag prüfen, ob sie die Baustelle so verändern kann, dass der Verkehr schneller abfließen kann. Derzeit ist die rechte Fahrspur in Fahrtrichtung Aachener Straße zwischen der Subbelrather und der Venloer Straße gesperrt. Im Berufsverkehr bilden sich Staus, die bis auf die Stadtautobahn 57 und zur Neusser Straße zurückreichen.
„Wir werden mit dem Bauleiter vor Ort prüfen, ob wir ein paar Meter vor der Kreuzung an der Venloer Straße die dritte Spur wieder freiräumen können, damit der Verkehr besser abfließen kann“, sagt Kai Lachmann vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. „Das könnte zumindest ein wenig Entlastung bringen. Die Staus werden aber bleiben.“
Lachmann räumt ein, dass man die Bauzeiten hätte verändern müssen, als klar wurde, dass die Baumaßnahme nicht wie geplant in den Sommerferien 2012 abgewickelt werden konnte.
Es sei aber sehr aufwendig, einen einmal erteilten Bauauftrag nachträglich zu verändern. Die Arbeiten verliefen nach Plan. „Wir gehen davon aus, dass bis zum 12. März alles erledigt ist und der Verkehr danach wieder ungehindert fließen kann.“


