28.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

3 Fragen an: Hans-Georg Axer: „Die Politiker lassen uns hängen“

Hans-Georg Axer

Hans-Georg Axer

Herr Axer, Sie haben sich für die Bürgerstiftung St. Cornelius um den Kindergarten am Moosweg gekümmert. Für die aktuellen finanziellen Probleme hat die Bezirksvertretung zu unbürokratischer Hilfe aufgefordert. Wie könnte das aussehen?
Hans-Georg Axer: Das einzige, was uns wirklich auf Dauer hilft, wäre eine Gleichstellung mit Elterninitiativen. Die erhalten nach dem Kindergartengesetz 96 Prozent Zuschuss zu den Betriebskosten. Damit kämen wir klar. Das haben wir auch allen Politikern erklärt, die uns in den vergangenen Monaten immer nur bedauert haben. Wir versuchen ehrenamtlich das Problem der fehlenden Kindergartenplätze zu beseitigen und werden hängen gelassen.

Wie finanziert die Bürgerstiftung ihren Anteil an den Kosten?
Axer: Aus Spenden und aus den Zinsen des Stiftungskapitals. Da die Banken immer wenigen Zinsen für die Guthaben zahlen und es für die Stiftung eine Pflicht ist, das vorhandene Kapital zu erhalten, sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Schließung und Umwandlungen unserer Gruppen. Auch die Eltern werden wir an unseren Kosten beteiligen. Wir rechnen damit, ab Sommer 2013 pro Jahr rund 35 000 Euro in die Kasse zu bekommen.

Vor fünf Jahren haben sie die Stiftung gegründet und den Kindergarten übernommen. Würden Sie das alles noch einmal machen?
Axer: Wenn wir gewusst hätten, dass damit so viel ehrenamtliche Arbeit zusammenhängt, hätten wir es vielleicht nicht gemacht. Für die Kinder hat es sich gelohnt. Das Ergebnis ist toll, und wir sind sehr zufrieden. Plätze der Einrichtung sind im Stadtteil sehr gefragt.
Das Gespräch führte Norbert Ramme