28.09.2016
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Barrierefreiheit: Hauptstraße mit Hindernis-Parcours

Der Radweg soll zwischen Vietorstraße und Kalk-Mülheimer Straße auf die Fahrbahn verlegt werden.

Der Radweg soll zwischen Vietorstraße und Kalk-Mülheimer Straße auf die Fahrbahn verlegt werden.

Foto:

Schäfer

Kalk -

Zwischen dem engen und von Blumenkübel oder Fahrradständern zugestellten Gehweg und der Straße sind die Radfahrer unterwegs, hohe Bordsteine erschweren den Wechsel der Straßenseiten – die Kalker Hauptstraße ähnelt zwischen den U-Bahn-Stationen Kalk Post und Kalk Kapelle einem Hindernisparcours. Vor allem Senioren, Rollstuhlfahrer oder Passanten mit Kinderwagen sind vom Chaos auf der Einkaufsstraße betroffen. Doch die Umgestaltung der Straße rückt näher. Noch für dieses Jahr hat die Verwaltung erste Arbeiten angekündigt. Die Abteilungsleiterin im Amt für Straßen und Verkehrstechnik, Angela Stolte-Neumann, informierte Kalker Bezirksvertreter und örtlicher Vereine auf einem Rundgang über die Pläne.

„Uns liegt viel daran, die zentrale Einkaufsmeile des Stadtteils für Fußgänger und Radfahrer attraktiver zu gestalten“, sagte Rainer Kreke, Vorsitzender des Seniorennetzwerks Kalk. Dazu gehöre die Absenkung von Bordsteinen an verschiedenen Kreuzungen und die „Entrümpelung“ der Gehwege von störendem Mobiliar wie Blumenkübel, Fahrradständer, Poller oder Abfallbehälter. „An manchen Stellen sind die Fußwege derart zugestellt, dass die Passanten regelrechte Hindernisläufe absolvieren müssen“, sagte Kreke. Nun wird am Übergang Vietorstraße vor dem Haupteingang der Köln Arcaden der Bordstein abgesenkt. „Auf der Westseite ist er sehr hoch. Menschen mit Kinderwagen und Gehbehinderte haben Mühe, ihn zu bewältigen“, berichtete Kreke.

Radweg kommt auf die Straße

Zwischen Vietorstraße und Kalk-Mülheimer Straße ist außerdem vorgesehen, den Radweg aus dem Fußgängerbereich auf die Straße zu verlegen. Bisher sei das nur für die Nordseite der Kalker Hauptstraße zwischen Kapellenstraße und Kalk-Mülheimer Straße vorgesehen gewesen, sagte Kreke.

Der Vorsitzende des Seniorennetzwerks zeigte Stellen, an denen auf dem Gehweg aufgeräumt werden soll. Eine davon ist der Übergang in Höhe des ehemaligen Kaufhofs. Hier behindern ein Fahrradständer, Betonpfosten und ein großer Blumenkübel einen direkten Zugang zur Ampel. „Die Pfosten kommen weg. Fahrradständer und Blumenkübel werden umgesetzt“, sagte Rainer Kreke, der mit den Vorhaben zufrieden ist. „Für mich ist das allerdings erst ein Anfang.“

Hoffnung, dass es schnell geht

Damit Kalk barrierefrei werde, müsse auch an anderen Stellen noch viel getan werden. Er denke an Eingangstüren von Geschäften, die nicht behindertengerecht seien oder das Portal der katholischen Kirche St. Marien: „Kleine Rampen würden da schon reichen.“ Auch darum wolle sich das Seniorennetzwerk kümmern.

Am Rundgang nahm auch Dirk Kranefuss von der Immobilien-Standortgemeinschaft (ISG) Kalker Hauptstraße teil. „Nach diesem Termin sind wir sehr zuversichtlich“, resümierte er. Immerhin habe die ISG schon lange gefordert, zwischen Kapellenstraße und Kalk-Mülheimer Straße Schrägparken zu ermöglichen. So würden für Kunden der Geschäfte rund 150 Parkplätze geschaffen. „Vor drei Jahren haben wir eine Passantenbefragung durchgeführt, und 80 Prozent waren mit unseren Vorstellungen einverstanden“, sagte Kranefuss. Sogar die Mehrheit der Radfahrer sei nicht dagegen gewesen, statt eines Radwegs auf dem Gehweg einen Schutzstreifen auf der Fahrbahn einzurichten. Nun solle die Straße endlich umgestaltet werden. „Wir haben lange darauf gewartet und hoffen, dass es jetzt schnell geht“, so Kranefuss.

Baubeginn 2013

Angela Stolte-Neumann machte beiden Hoffnung: „Wir wollen bis zum Jahresende in einem ersten Schritt störende Schilder, Poller und andere Straßenmöbel entweder umsetzen oder ganz entfernen.“ Das könne bis Weihnachten geschafft sein. Im nächsten Jahr wolle die Stadt mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Stolte-Neumann: „Wann genau wissen wir nicht. Eine Ausschreibung dauert gewöhnlich ein halbes Jahr.“ Doch versuche die Verwaltung, alles noch 2013 hinzubekommen.