27.08.2016
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DJK-Lehrgang: Ehrgeiz ohne Leistungsdruck

Sportliche Spiele gehören zur Ausbildung.

Sportliche Spiele gehören zur Ausbildung.

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Schäfer

Kalk -

Thomas Peters ist nervös. Dem Mitarbeiter der Gemeinnützigen Werkstatt (GWK) „Palette“ in Gremberg steht eine Prüfung bevor. Eine Woche lang ließen er sowie zwölf weitere Behinderte und Auszubildende sich zu Sportassistenten ausbilden. Jetzt geht es darum, zu zeigen, was er dabei gelernt hat. Der DJK Sportverband Köln bietet den Lehrgang an. Daran teilgenommen haben auch Mitarbeiter der Alexianer Werkstätten und Schüler des Erzbischöflichen Berufskollegs.

Den Umgang mit Menschen üben

„Ich war früher süchtig und die Werkstatt half mir, darüber hinweg zu kommen“, schildert Peters. Als ihm das Angebot unterbreitet wurde, Sportassistent zu werden, sagte er umgehend zu: „Ich wollte schon immer Sport treiben.“ Alexandra Weinhold – sie arbeitet in der GWK-Werkstatt Pesch – berichtet, was sie in der Woche gelernt hat: „Nun weiß ich, welche Materialien nötig sind, um ein Fußballspiel durchzuführen. Etwa Armbinden oder Eckfahnen.“ Auch auf die Sicherheit müsse sie als Sportassistentin achten. Für Weinhold besonders wichtig: „Ich habe gelernt, Selbstvertrauen zu haben.“

Stephan Wirtz, Heilerziehungspfleger in Ausbildung, sieht den Aspekt, mit Menschen umzugehen, als wichtigen Bestandteil der Tätigkeit eines Sportassistenten. „Behinderte Menschen wachsen in der Regel isoliert auf – Förderschule, geschützte Werkstatt und so weiter. Doch mit der Einstellung, Sportassistent zu sein, gehen sie mutiger in die Welt“, bestätigt auch Pia Nieberg, Sportlehrerin in der GWK-Werkstatt Kalk. Der Kurs ist in Köln einmalig. „Zwar bilden wir bereits seit 2011 Sportassistenten aus, doch jetzt erstmals inklusiv, also mit Behinderten und nicht Behinderten in einer Gruppe“, sagt Nicolas Niemann, Sport- und Bildungsreferent des DJK Diözesenverbands.

Ebenfalls zur Ausbildung gehörte der Bereich „Sport in Behinderteneinrichtungen“. Dabei lernen die Teilnehmer, wie man Rollstuhlfahrern oder Menschen mit geistiger Behinderung helfen kann. Niermann: „Dabei haben wir uns an den Lizensierungsvorgaben des Deutschen Olympischen Sportbunds orientiert.“

Ein erster Einsatz der Nachwuchs-Assistenten ist bereits geplant: Sie sollen beim Drachenbootrennen am Fühlinger See oder bei dem Turnier „Kirche kickt“ zum Einsatz kommen. Die Ausbildung wurde durch finanzielle Unterstützung der Kämpgen Stiftung, der Gold-Kraemer-Stiftung und der Marga und Walter Boll Stiftung möglich. Weitere Kurse sind geplant.