27.08.2016
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Feuerwehr: Den Tunnel immer im Blick

Im Autobahntunnel Grenzstraße übte die Feuerwehr mit einer Rauchsimulation den Ernstfall.

Im Autobahntunnel Grenzstraße übte die Feuerwehr mit einer Rauchsimulation den Ernstfall.

Foto:

Max Grönert

Kalk -

In Kölns kleinster Feuerwache arbeiten gerade mal drei Männer. Besonders schick ist es hier nicht, die Wache ist noch nicht einmal ein Haus, sie besteht aus zwei grauen Containern und verfügt nur über ein Löschfahrzeug. Trotzdem präsentierte Feuerwehrchef Stephan Neuhoff die Mini-Wache an der Solinger Straße voller Stolz – schließlich ist sie eigens für einen Tunnel eingerichtet worden, den Tunnel der Stadtautobahn in Kalk, der Verbindung zwischen Zoobrücke und Kreuz Köln-Ost. „In Deutschland hat ansonsten nur der Elbtunnel in Hamburg eine eigene Wache“, sagt Neuhoff.

Die Tunnelwache ist bereits seit dem 27. Juli im Dienst, zunächst arbeiteten die Einsatzkräfte in einem Zimmer des Leonardo-Hotels in Buchforst. Aus dem Hotelzimmer ging es dann am 24. August in den Wohncontainer. Über eine Videoanlage überwachen die Männer den Tunnel rund um die Uhr, je drei Leute wechseln sich im Zwölf-Stunden-Rhythmus ab. Fünf Kameras filmen den Verkehr.

Geschieht ein Unfall, können die Feuerwehrleute sofort die Ampeln vor der Einfahrt umschalten. Bricht ein Feuer aus, können die Männer innerhalb weniger Minuten am Tunnel sein.

In einem dritten Container steht gleich nebenan das neueste Fahrzeug der Feuerwehr. Es ist klein, rot, rollt auf Ketten und heißt LUF 60. Das sogenannte Lösch-Unterstützungsfahrzeug wurde speziell für den Tunnel gekauft – für 185.400 Euro. „Es hat eine Luftverdrängung von 90.000 Kubikmetern in der Stunde“, sagt Neuhoff. Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 165 Kilometern pro Stunde kann es den Tunnel per Fernsteuerung innerhalb kürzester Zeit entrauchen. Außerdem kann das Raupenfahrzeug Wassernebel oder Schaum erzeugen und so beim Löschen helfen. „Wir können es auch zur Schneekanone umfunktionieren“, sagt Feuerwehr-Sprecher Jens Müller und lacht. „Vielleicht wäre das was für den Kalkberg im Winter.“

Die neue Wache ist eine von vielen Maßnahmen, die den Tunnel so sicher wie möglich machen sollen, bis er saniert ist. In der vergangenen Nacht wurden die Tunnelröhren von Mitternacht bis 4 Uhr früh gesperrt, weil die Einsatzkräfte mit einer Rauchsimulation den Ernstfall übten. „Es ging auch darum, auszuprobieren, wo der optimale Standpunkt für unser neues Fahrzeug im Tunnel ist“, sagt Neuhoff. Ein zweites LUF 60 ist schon bestellt. Nach der Sanierung werden die Spezialfahrzeuge in anderen Wachen untergebracht, die Mini-Wache im Wohncontainer soll dann nur noch zur Videoüberwachung des Tunnels genutzt werden und mit einem Mann besetzt sein.